Ex-Schiri Krug: "Das ist der Tod einer Europameisterschaft“

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Ex-Schiri Krug: "Das ist der Tod einer Europameisterschaft“
Ex-Schiri Krug: "Das ist der Tod einer Europameisterschaft“

Der ehemalige Schiedsrichter und DFB-Projektleiter Videobeweis Hellmut Krug hat sich im EM-Doppelpass auf SPORT1 zum VAR geäußert – und hielt auch mit Kritik zur Umsetzung nicht hinter dem Berg.

"Wenn ich das ganze Paket betrachte, bin ich nicht hochzufrieden. Ich habe drei Jahre in der Schweiz an diesem Projekt gearbeitet. Wir haben sehr viel erreicht. Wir hatten ein sehr starkes erstes Jahr, aber im zweiten Jahr einige Rückschläge", erklärte Krug.

Auch über den Einsatz des Videobeweises bei Welt – und Europameisterschaften hat Krug eine klare Meinung. "In Russland hat es gut geklappt, aber auch, weil wir eine hohe Interventionsschwelle hatten. Ein Jahr später ist das bei der Frauen-WM genau ins Gegenteil verkehrt worden. Das ist der Tod einer Europameisterschaft", ergänzte Krug im Hinblick auf die anstehende EM der Männer.

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VAR "geht zu detektivisch heran"

Aus seiner Sicht sei der Drang des VAR, zu intervenieren, häufig zu hoch. "Er geht zu detektivisch heran, fast wie Sherlock Holmes. Das kann und darf nicht sein", legte der 65-Jährige nach.

Aus seiner eigenen Erfahrung als ehemaliger Projektleiter Videobeweis heraus erzählte Krug: "Wir haben immer wieder festgestellt, dass die Interventionsschwelle zu niedrig ist. Nicht der klare Fehler steht im Vordergrund, sondern die bessere Entscheidung. Das wollen wir nicht, das stellt die Grundidee infrage. Wenn der Check über eine Minute dauert, kann es kein klarer Fehler sein."

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Aus diesem Grund forderte Krug: "Wir brauchen klare Kriterien. Die fehlen mir international, aber auch bei den Verbänden."

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