Ex-Schiri Gräfe verklagt DFB

·Lesedauer: 2 Min.

Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat wegen seinem zwangsweisen Aus rechtliche Schritte gegen den DFB angekündigt. Zudem kritisierte er den Verband scharf.

Manuel Gräfe will gegen die Altersgrenze rechtlich vorgehen. (Bild: Getty Images)
Manuel Gräfe will gegen die Altersgrenze rechtlich vorgehen. (Bild: Getty Images)

Die Debatte um das altersbedingte Aus als Schiedsrichter von Manuel Gräfe ist noch nicht beendet. In einem Interview übte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Kritik am Vorgehen des DFB. 

"Was der DFB macht, sieht nach Altersdiskriminierung aus. Wie sagte Otto Rehhagel: Es gibt nicht junge und alte Spieler, sondern gute und schlechte. Beim DFB geht es jedoch zu wenig nach Leistung", erklärte Gräfe im Gespräch mit dem Zeit Magazin. "Ich hätte gerne weitergemacht. Meinen Füßen, Knien und der Hüfte geht es gut. Aber der DFB pocht auf eine uralte Richtlinie."

Gräfe: "DFB nimmt mir das, was mir Freude macht"

Gräfe musste im Alter von 47 Jahren nach der abgelaufenen Saison als Profi-Schiedsrichter aufhören, wegen der vom DFB festgelegten Altersgrenze. Das galt auch für Gräfes Kollegen Guido Winkmann und Markus Schmidt.

"Ein Witz": Zorc kritisiert Aus für Schiedsrichter-Routinier

Nun will der aktuelle ZDF-Experte rechtlich gegen den Verband vorgehen. "Ich verklage den DFB wegen Altersdiskriminierung", stellte er klar und erläuterte: "Der DFB nimmt mir das, was mir Freude macht. Natürlich gibt es auch finanzielle Verluste, ich werde versuchen, wenigstens diese geltend zu machen."

Gräfe bescheinigte dem Verband eine Doppelmoral: "Der DFB behauptet, sich gegen Rassismus, Diskriminierung und für Diversität einzusetzen. Die Altersregel steht dem entgegen."

"Argumente ändern nichts" beim DFB

Dass der DFB in seinem Fall nicht von der Altersgrenze abrücken wollte, kommentierte Gräfe so: "Jetzt hat der DFB mal einen guten – ich hoffe, ich darf das so sagen – und beliebten Schiri, und dann sortiert er ihn aus, offenbar nur weil er nicht zu allem Ja und Amen sagt."

Für ihn sehe es so aus, "als ob die Führungsriege des DFB diejenigen abstößt, die etwas ändern wollen", sagte er weiter. "Leider ändern in diesem Verband Argumente nichts, sondern nur die Steuerfahndung oder Richter."

"Spielst auch scheiße!" - wie sich Gräfe mit Kramer fetzte

Generell bemängelte Gräfe die moralischen Werte beim DFB. Als Beispiel führte er Felix Zwayer an, der einst einen geringen Geldbetrag annahm und heute Champions League pfeift. "Da sind wir wieder beim DFB. Der befördert Zwayer auch noch, trotz durchschnittlicher Leistungen", meinte er.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

VIDEO: Gräfe ist für VAR-Überarbeitung

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.