Ex-Rebellenführer Haradinaj soll neue Regierung im Kosovo führen

Fast drei Monate nach der Parlamentswahl im Kosovo ist der frühere Rebellenführer und Premier Ramush Haradinaj mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Präsident Hashim Thaci erteilte Haradinaj am Donnerstag das Mandat

Fast drei Monate nach der Parlamentswahl im Kosovo ist der frühere Rebellenführer und Premier Ramush Haradinaj mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Präsident Hashim Thaci teilte am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit, er habe Haradinaj das Mandat erteilt. Seiner Ernennung muss noch das Parlament zustimmen.

Haradinaj, auch bekannt unter dem Spitznamen "Rambo", steht an der Spitze einer Koalition um frühere Kommandeure der Rebellengruppe UCK, die im Kosovo-Krieg gegen die Serben kämpfte. Er hatte bei der Parlamentswahl im Juni die meisten Stimmen bekommen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Um regieren zu können, schloss er inzwischen ein Bündnis mit zwei kleineren Parteien.

Hauptaufgabe der neuen Regierung ist, den Dialog mit Serbien wieder aufzunehmen. Die Regierung in Belgrad betrachtet das Kosovo weiter als abtrünnige Provinz. Rund 110 Länder weltweit, darunter die meisten EU-Staaten, erkennen die 2008 ausgerufene Unabhängigkeit dagegen an.

Die Aussöhnung mit Serbien dürfte für Haradinaj allerdings schwierig werden: Die serbischen Behörden werfen ihm Verbrechen an der serbischen Zivilbevölkerung während des Kosovo-Krieges (1998 bis 1999) vor. Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien hatte den Politiker dagegen 2008 und 2012 in zwei Prozessen freigesprochen.

Haradinaj war bereits von 2004 bis 2005 Regierungschef. Er steht in Opposition zur Demokratischen Partei (PDK) von Staatschef Thaci.