Ex-Real-Präsident: Darum musste Heynckes gehen

Lorenzo Sanz, ehemaliger Präsident des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, hat 20 Jahre nach der Trennung von Trainer Jupp Heynckes über die damaligen Hintergründe gesprochen. Demnach musste Heynckes gehen, weil er die Unterstützung der Spieler verloren hatte - obwohl Real unter ihm erstmals seit 1966 die Champions League gewonnen hatte.

Er habe Heynckes eine Woche vor dem Finale gegen Juventus Turin (1:0) angerufen und ihn gefragt, wie es ihm gehe, berichtete Sanz in spanischen Medien. "Nicht gut", habe Heynckes geantwortet, "ich kann nicht mit der Mannschaft." Sanz: "Wie bitte? Ich sterbe, wir müssen die Champions League gewinnen!"

Viele "Gockel" in der Mannschaft 

Heynckes sei ein "herzlicher Typ, vielleicht zu gut" gewesen, sagte Sanz. Santiago Canizares, damals die Nummer 2 im Real-Tor hinter Bodo Illgner, bestätigte, dass es in der Mannschaft "viele Gockel" gegeben habe, "da hätte es jeder Trainer schwer gehabt". Heynckes selbst sprach damals von einer "unhaltbaren Situation".

Ungeachtet der Probleme in der Saison 1997/98 sei der 72-Jährige "ein großartiger Trainer", sagte Sanz, "er kann die Champions League noch einmal gewinnen". Dafür muss Heynckes' FC Bayern im Halbfinale aber Real ausschalten (Hinspiel am Mittwoch, 20.45 Uhr im LIVETICKER).

Heynckes hat die Geschichte verändert

"Er war der Trainer, der die Geschichte von Madrid verändert hat", sagte Fernando Sanz, Sohn des Ex-Präsidenten und damals einer der Spieler, die mit Heynckes über Kreuz lagen: "Ab diesem Zeitpunkt hörte Real auf, ein Verlierer in Europa zu sein." Er hoffe, dass das Bernabeu Heynckes beim Rückspiel (1. Mai) die Ehre erweise, die dem "Helden der Septima", des siebten Triumphes in der Königsklasse, gebühre.