Ex-Putzfrau Rachel Keke (47) gewinnt Wahlkreis in Frankreich gegen Ex-Ministerin

Viele sprechen von einem symbolischen Sieg. Die linke Gewerkschafterin Rachel Keke setzte sich bei der Parlamentswahl in Frankreich gegen eine ehemalige Ministerin durch.

Rachel Keke feiert ihren Einzug ins französische Parlament mit ihrer Familie und mit ihren Fans. Die 47-Jährige hat bis vor Kurzem als Zimmermädchen in einem Hotel in Paris gearbeitet, jetzt hat die Ex-Putzfrau als Kandidatin des linken Wahlbündnis NUPES in einem Vorort der Hauptstadt gegen die gleichaltrige ehemalige Sportministerin Roxana Maracineanu gewonnen.

Stimme derer, die im Parlament keine Stimme haben

Keke, die in der Elfenbeinküste geboren ist, kann es selbst kaum fassen. Sie müsse erst einmal lernen, das Wort "Abgeordnete" richtig auszusprechen. Keke sieht sich als Stimme derer, die keine Stimme haben, sie sei Zimmermädchen, Putzfrau und vertrete auch Sicherheitsleute und Pflegehelfer, all die unsichtbaren Berufe will sie im Parlament sichtbar machen.

Als linke Gewerkschafterin hatte sie einen 22-monatigen Streik für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen im Hotel Ibis Batignolles in Paris mit organisiert. "Die Nationalversammlung wird anfangen zu beben", verkündet Rachel Keke nach ihrem Wahlsieg auf Twitter.

Kritik am Wahlkampf der ehemaligen Sportministerin

Viele Medien in Frankreich hatten über den Wahlkreis, zu dem Fresnes und Rungis im Süden von Paris gehören, berichtet. Die Ex-Sportministerin und Schwimm-Olympiasiegerin Maracineanu will weiterhin Lokalpolitik machen.

Im Wahlkampf hatte sie viel Kritik ausgelöst, als sie zu einer "republikanischen Front gegen die extreme Linke" aufgerufen hatte. In Frankreich wurde der Begriff "republikanische Front" vor allem als ein Bollwerk gegen die extreme Rechte verstanden. Zudem hatte sie erklärt, sie habe eine ähnliche Geschichte wie Rachel Keke, weil sie aus Rumänien nach Frankreich eingewandert sei und mit ihrer Famiie in Vororten von Städten wie Blois gelebt habe.

Symbolischer Sieg für Rachel Keke

Amel Matouk, eine Unterstützerin von Rachel Keke erklärt: "Die Tatsache, dass eine Schwarze Frau, eine Putzfrau, eine mutige Frau in die Nationalversammlung kommt, ist für mich symbolisch, das ist schon ein Sieg." Rachel Keke ist nördlich von Abidjan geboren. Die Mutter von fünf Kindern lebt seit mehr als 20 Jahren in Frankreich und hat seit 2015 die französische Staatsbürgerschaft.

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