Ex-Präsident George W. Bush greift Donald Trump scharf an

Ex-Präsident George W. Bush greift Donald Trump scharf an

In einer Rede kritisierte Ex-Präsident George W. Bush unverhohlen die aktuelle politische Linie von Donald Trump. Dabei bezog er auch klar Stellung zum Prinzip der Gleichheit und gegen Rassismus.

Sein Name fiel nicht, aber um zu verstehen, wen George W. Bush mit seiner Rede in New York angriff, brauchte man kein Politikexperte zu sein. Die scharfe Kritik am Führungsstil des aktuellen US-Präsidenten und Parteikollegen Donald Trump war kaum zu überhören.

"In den vergangenen Jahren hat das Vertrauen in unsere öffentlichen Einrichtungen abgenommen", so George W. Bush. "Unsere Regierung war oft wie gelähmt im Angesicht der offensichtlichen und erdrückenden Nöte. Der amerikanische Traum eines steten Fortschritts kommt einigen, die sich von einer sich wandelnden Ökonomie abgehängt fühlen, unerreichbar vor. Unzufriedenheit hat sich breitgemacht und Grabenkämpfe verschärft. Bigotterie scheint ein probates Mittel zu sein. Unsere Politik scheint verwundbarer gegenüber Verschwörungstheorien und Lügen."

Doch Bush ging nicht nur auf den aktuellen Umgang mit "Fake News" und "alternativen Fakten" ein, die unter der Trump-Administration traurige Berühmtheit erlangt haben. Der 43. US-Präsident setzte auch ein klares Zeichen gegen rassistische Anfeindungen. "Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Religion und Herkunft können vollständige und gleichberechtigte Amerikaner sein. Bigotterie oder weißes Herrschaftsdenken in jedweder Form ist Blasphemie gegen den amerikanischen Geist." Donald Trump hatte sich in den Tagen und Wochen nach den rechtsnationalen Unruhen in Gainesville, bei dem eine Frau getötet wurde, nicht klar von den Angriffen distanziert.

Auch die mutmaßlichen Verwicklungen Trumps mit Russland, das im Verdacht steht, die Wahlen im vergangenen Jahr beeinflusst zu haben, thematisierte George W. Bush während seines Auftritts bei der nach ihm benannten Organisation: "Unser Land muss in Zeiten von externen Attacken auf unsere Demokratie Entschlossenheit und Belastbarkeit zeigen. Und das beginnt damit, dass wir uns mit den neuen Gefahren des Cyber-Zeitalters auseinandersetzen. Amerika hat den Versuch einer feindlichen Macht erlitten, die Teilung unseres Landes zu unterfüttern und auszunutzen."