Ex-Merrill-Lynch-Chef John Thain kandidiert für Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Der ehemalige Investmentbanker John Thain kandidiert für einen Platz im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus dem Umfeld und dem Aufsichtsrat des Instituts.

Der ehemalige Investmentbanker John Thain kandidiert für einen Platz im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus dem Umfeld und dem Aufsichtsrat des Instituts. Ein Sprecher der Bank wollte sich hierzu nicht äußern.

Die Personalie soll nach Informationen des Magazins in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Bisher sind nur Teile des Aufsichtsrats über die Personalie informiert. Die Bank plant darüber hinaus weitere Wechsel im Aufsichtsrat.

Von 2004 bis 2007 war Thain Chef der New Yorker Börse (NYSE), bevor er mitten in der Finanzkrise als Vorstandsvorsitzender zur US-Investmentbank Merrill Lynch wechselte. Das Institut geriet in eine schwere Schieflage und musste mit der Bank of America fusionieren. Thain wurde gefeuert, nachdem herauskam, dass es bei Merrill Unregelmäßigkeiten gegeben hatte. Der Verlust der Bank war deutlich höher als angenommen. Allein im vierten Quartal 2018 wies Merrill ein Minus von 16 Milliarden Dollar aus. Die Bank of America musste daraufhin zusätzliche Finanzhilfen beantragen.
Zudem geriet Thain in die Kritik, weil Merrill kurz vor der Notfusion noch Boni über 3,6 Milliarden Dollar ausgeschüttet hatte.
Branchenkenner rechnen damit, dass Thain die Strategie von Aufsichtsratschef Paul Achleitner unterstützen wird, das Geschäft in den USA voranzutreiben. Die Manager verbindet eine lange gemeinsame Karriere bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.

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