Ex-Landesbank HCOB verdient 257 Mio Euro nach Privatisierung

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) hat den Gewinn 2020 deutlich gesteigert. Vorstandschef Stefan Ermisch sieht die ehemalige HSH Nordbank nun auf gutem Weg, um sich sich ab nächstem Jahr nach Zukäufen oder auch Fusionspartnern umsehen zu können.

Der Vorsteuergewinn lag bei 257 Millionen Euro - nach 77 Millionen Euro 2019, wie die HCOB am Donnerstag mitteilte. Die Bank profitierte laut Ermisch von “Rückenwind von rund 100 Millionen Euro” dank Einmaleffekten, etwa durch den Verkauf von Immobilien. Die CET-1-Quote verbessert sich von 18,5% auf 27%. Alle Zahlen sind vorläufig.

Ermisch sieht die Bank gestärkt und nimmt bereits M&A-Deals in Visier. ”Ab 2022/2023 werden sich Opportunitäten ergeben”, sagte Ermisch in einer Video-Konferenz zu den Bilanzzahlen. “Wir werden Bewegungsmöglichkeiten haben und dafür bauen wir jetzt das Kapital auf.”

In diesem Jahr wird sich Ermisch jedoch erst noch auf ein ganz anderes Ziel konzentrieren müssen - und zwar den Übergang von der Institutssicherung der Sparkassen in den Einlagensicherungsfonds der Privatbanken im Jahr 2022, wofür die HCOB gewisse Finanzziele erreichen muss. Hintergrund ist die Privatisierung der ehemaligen Landesbank.

Laut Ermisch hat die HCOB die unter Verschluss gehaltenen Vorgaben schon im vergangenen Jahr erfüllt. Entscheidend sei aber, dass das auch in 2021 gelinge. Diesbezüglich sei er aber zuversichtlich.

Ähnlich äußerte sich auch die Ratingagentur S&P Global Ratings. Die Ergebnisse aus 2020 sollten im Zusammespiel mit der starken Kapitalisierung den möglichen Übergang der Bank unterstützen, schrieb sie in einer Notiz am Donnerstag.

Belastend wirkte sich im vergangenen Jahr für die HCOB die Risikovorsorge aufgrund der Pandemie aus. Sie belief sich auf 188 Millionen Euro, verglichen mit Auflösungen von 11 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings seien die bisherigen konkreten Ausfälle “moderat” gewesen. Die Mitarbeiterzahl reduzierte sich auf 1.122, über 300 weniger als ein Jahr zuvor.

Nach Steuern verdiente das Unternehmen 102 Millionen Euro, was deutlich über den 12 Millionen Euro des Vorjahres liegt. Für 2021 rechnet die HCOB auf dieser Basis mit einem Ergebnis von 135 Millionen, dann auch ohne Einmaleffekte.

Die HCOB hatte sich in den zurückliegenden Jahren immer weiter verkleinert. Im Dezember verkaufte sie ein Kreditportfolio im Volumen von rund 700 Millionen Euro an die UniCredit Bank AG. Fast zeitgleich trennte sich die Bank von ihren Hauptsitz in der Hamburger Innenstadt mit dem Verweis, dass die Immobilie für eine deutlich größere Belegschaft konzipiert worden sei.

Die HCOB war nach der Finanzkrise vom Staat gerettet worden, weil sie sich mit Schiffskrediten verspekuliert hatte. Im Jahr 2018 wurde sie dann als erste Landesbank in Deutschland privatisiert und an ein Konsortium um Cerberus Capital Management und J.C. Flowers & Co veräußert.

(Ergänzt um S&P-Einschätzung im sechsten Absatz)

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