Ex-HVB-Vorstände sollen Millionen Schadenersatz zahlen

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Münchner Landgericht hat drei ehemalige Vorstände der Münchner Hypovereinsbank wegen fragwürdiger Geschäfte im vergangenen Jahrzehnt zu Millionenzahlungen an ihren ehemaligen Arbeitgeber aufgefordert. Der Vorsitzende Richter Helmut Krenek empfahl nach langjährigem Rechtsstreit zwischen der Bank und ihren drei ehemaligen Topmanagern bei der mündlichen Verhandlung am Donnerstag einen Vergleich "in niedriger zweistelliger Millionenhöhe".

Die Hypovereinsbank hat die drei auf eine wesentlich höhere Summe von bis zu 180 Millionen Euro verklagt, wie zuvor das "Handelsblatt" berichtete. Im vergangenen Jahrzehnt hatten Londoner Investmentbanker der HVB so genannte Cum/Ex-Aktiendeals rund um Dividendenstichtage so geschickt eingefädelt, dass der Fiskus nie gezahlte Kapitalertragsteuern in Höhe von etwa 100 Millionen Euro an die Bank erstattete.

Als die Steuerbehörden dem Manöver später auf die Schliche kamen, musste die Bank laut "Handelsblatt" über 100 Millionen Euro Steuern nachzahlen, außerdem gab es Bußgelder in zweistelliger Millionenhöhe und sehr hohe Anwalts- und Wirtschaftsprüferkosten. Der heutige HVB-Vorstand will dieses Geld von den drei Managern zurückholen - mit dem Argument, die drei Manager hätten bei der Kontrolle ihrer Untergebenen versagt und die Geschäfte nicht gestoppt.