Ex-Guerillakommandeur Timochenko Kandidat für Präsidentschaftswahl in Kolumbien

Die zur Partei umgewandelte kolumbianische Guerillagruppe Farc schickt ihren Vorsitzenden Rodrigo Londoño ins Rennen um die Präsidentschaftswahl im Mai 2018. Die Farc-Partei gab zugleich ihre Kandidaten für die Kongresswahl im kommenden März bekannt

Die zur Partei umgewandelte ehemalige kolumbianische Guerillagruppe Farc schickt ihren Vorsitzenden Rodrigo Londoño alias Timochenko in das Rennen um die Präsidentschaftswahl im Mai 2018. Das teilte Parteisprecher Iván Márquez am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bogotá mit. Die Farc-Partei gab zugleich ihre Kandidaten für die Wahl zum Kongress im kommenden März bekannt. Gemäß dem Friedensabkommen vom vergangenen November sind der Partei dort zehn Sitze vorbehalten.

Der 58-jährige Londoño war der letzte Guerillakommandeur der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia). Nach dem im November unterzeichneten Friedensabkommen mit der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos legten die linksgerichteten Rebellen ihre Waffen nieder. Der Partei gaben sie den Namen Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común (Alternative revolutionäre Kraft des Volkes) und behielten damit die Abkürzung Farc bei.

Im Juli erlitt Londoño einen Schlaganfall und begab sich zur Erholung nach Kuba. Dort hatten auch die Friedensverhandlungen stattgefunden, die dem fünf Jahrzehnte dauernden Kampf der Guerilla gegen Regierung, Grundbesitzer und Paramilitärs ein Ende setzten. Beim Farc-Gründungskongress im August und September in Bogotá wurde Londoño ungeachtet seiner labilen Gesundheit zum Parteivorsitzenden bestimmt.