Ex-Chef von chinesischem Versicherungsriesen Anbang muss 18 Jahre in Haft

Anbang-Zentrale in Peking

Der frühere Chef des chinesischen Versicherungsriesen Anbang ist wegen Unterschlagung von Firmengeldern in Milliardenhöhe zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem ordnete ein Gericht in Shanghai am Donnerstag an, dass Wu Xiaohui vier Jahre lang seine politischen Rechte nicht ausüben dürfe und Vermögen des einst mächtigen Konzernchefs im Wert von 10,5 Milliarden Yuan (1,39 Milliarden Euro) beschlagnahmt werde.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Wu Anbang um mehr als 65 Milliarden Yuan gebracht habe. Er habe die Gelder an von ihm persönlich kontrollierte Unternehmen transferieren lassen, um Schulden oder "persönliche Aufwendungen" zu begleichen. Um seinen Betrug zu vertuschen, habe er Mitarbeiter in den Jahren 2011 bis 2017 angewiesen, Bilanzen zu fälschen und Einnahmen der Versicherung zu verschleiern.

Wegen der hohen Schulden von Anbang wurde das Privatunternehmen mittlerweile unter staatliche Kontrolle gestellt, um einen Zusammenbruch des Unternehmens und damit Risiken für das chinesische Finanzsystem abzuwenden. Anfang April griff die chinesische Regierung dem strauchelnden Versicherungskonzern mit einer Finanzspritze von fast 61 Milliarden Yuan unter die Arme.

Anbang war 2004 gegründet worden und rasch zu einem führenden Unternehmen in der Finanzbranche aufgestiegen. 2014 erregte es weltweit Aufsehen mit dem Kauf des legendären New Yorker Hotels Waldorf Astoria für 1,95 Milliarden Dollar (1,64 Milliarden Euro) und anderen großen Auslandsinvestitionen.

Peking hatte zuletzt den Kampf gegen Korruption und übermäßig verschuldete Unternehmen verschärft. An Anbang erging bereits im vergangenen Sommer die Aufforderung, sich von seinen teuren Auslandsinvestitionen zu trennen.