Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti: Darum sagte ich Italien ab

Carlo Ancelotti sagte Italien ab, will nicht Nationaltrainer werden. Nun sprach der Ex-Bayern-Coach über die Gründe und liefert einen Vorschlag.

Nach dem bitteren Aus in den WM-Playoffs gegen Schweden musste Italiens Nationaltrainer Gian Piero Ventura seinen Hut nehmen. Seither sind die Azzurri fieberhaft auf der Suche nach einem Nachfolger, doch bislang hagelte es nur Absagen - auch von Carlo Ancelotti. Nun erklärte der Ex-Bayern-Coach seine Beweggründe.

"Die FIGC (Italiens Verband, Anm. d. Red.) hat mich kontaktiert, ich habe mich ihnen gesprochen", so Ancelotti bei La Domenica Sportiva. "Ich habe ihnen gesagt, dass es mich ehrt, dass mich so viele Leute haben wollen. Aber das wäre ein komplett anderer Job. Nationaltrainer zu sein, ist etwas völlig anderes und ich genieße das tägliche Training."

Zudem attestierte Ancelotti dem "italienischen Fußball einige Probleme, die gelöst werden müssen. Ich merke, dass es einen Interessenkonflikt zwischen Klubs und Verbänden gibt, so wie in Deutschland, Frankreich oder England. Doch der italienische Fußball braucht einen Verband, der seine Macht gegenüber den Klubs durchsetzt und neue Regeln einführt."

Wie diese genau aussehen sollten, davon hat der 58-Jährige eine genaue Vorstellung: "Ich denke, dass die Serie A enorm davon profitieren würde, wenn man die Anzahl der Teams von 20 auf 18 reduziert. Und ich weiß, dass es einige Klubs gibt, die dafür stimmen würden." Bereits in der Saison 2003/04 gab es in Italiens höchster Spielklasse nur 18 Teams.