"Hoeneß hier, schläfst du noch?" Ex-Bayern-Talent blickt zurück

SPORT1
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Lukas Görtler ist womöglich nicht jedem Fußball-Fan ein Begriff.

Der Stürmer, der aktuell beim FC St. Gallen in der Schweiz unter Vertrag steht, spielte aber einst für den 1. FC Kaiserslautern – und den FC Bayern (Alle News zur Bundesliga).

2015 machte der heute 26-Jährige sogar ein Bundesligaspiel für die Münchner, als er gegen Bayer Leverkusen in der 72. Minute für Claudio Pizarro eingewechselt wurde.

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Bayern-Talent über Guardiola: "Fast verzweifelt"

Damals stand Pep Guardiola beim Deutschen Rekordmeister an der Seitenlinie. Der Spanier brachte Görtler im Training fast zur Verzweiflung.

"Eine Trainingsszene war bezeichnend: Als ich zum dritten Mal bei den Profis dabei und noch sehr nervös war, forderte Pep, dass ich einen Diagonalball spielen sollte. Obwohl der Pass zweimal nicht beim Mitspieler ankam, sollte ich es trotzdem immer wieder machen", erinnert sich Görtler in der Sport Bild: "Ich bin fast verzweifelt, es funktionierte gar nichts mehr."

Irgendwann habe es "doch geklappt und Pep hat mich nach dem Training zur Seite genommen. Er sagte: 'Ich wollte dich nicht bloßstellen, sondern auf solche Situationen im Spiel vorbereiten und dich daran gewöhnen, mit enormem Druck umzugehen.' Das fand ich cool."

Görtler bat Hoeneß um Freigabe

Eine besondere Erinnerung hat Görtler auch an Uli Hoeneß, den er in einem Gespräch um seine Freigabe bat.

Hoeneß habe gesagt, "es täte ihm leid, aber ich dürfe auf keinen Fall gehen, keine Chance". Görtler blieb hartnäckig und fuhr erneut zum langjährigen Bayern-Boss, der damals als Freigänger in der Nachwuchsabteilung der Münchner tätig war.

"Wir hatten ein Super-Gespräch, in dem ich ihm deutlich machte, dass es mein Kindheitstraum sei, einen Profi-Vertrag zu unterschreiben“, sagte Görtler. Hoeneß "versprach mir, sich darum zu kümmern, dass ein Ersatz für mich gesucht würde."

Hoeneß ruft Görtler nach Party-Nacht an

Gesagt, getan.

"Einige Wochen später lag ich zuhause in Bamberg nach einer Feier-Nacht mit Kumpels um 10 Uhr morgens noch im Bett, als das Handy klingelte – ein Anrufer mit unterdrückter Nummer. Normalerweise ruft mich anonym immer nur meine Oma an", schilderte Görtler.

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"Schlaftrunken" sei er ans Telefon gegangen. "Der Anrufer meldete sich mir den Worten: 'Uli Hoeneß hier, schläfst du noch?'"

Daraufhin versuchte Görtler, seinen Zustand zu überspielen. "Hoeneß fragte, ob ich noch immer wechseln wolle, sie hätten nämlich Ersatz gefunden, und ich könne gehen", meinte Görtler, der sich daraufhin bedankte und anschließend nach Kaiserslautern wechselte.

Hoeneß beeindruckte Görtler

Hoeneß habe ihn bereits vor dem Gespräch beeindruckt.

"Er führte noch ein Telefonat mit einer Bank, bei der ein ehemaliger Bayern-Spieler aus dem Nachwuchsbereich Schulden hatte. Hoeneß hat diese Schulden privat beglichen, wollte dem Spieler damit aus einem persönlichen Tief raushelfen", erzählte Görtler von der "berührenden Szene", die ihn geprägt habe.