Ex-Barca-Coach Setién: "Messi ist schwer zu führen"

SPORT1
·Lesedauer: 2 Min.

Die Amtszeit von Quique Setién beim FC Barcelona war kurz und erfolglos.

Unter dem spanischen Trainer gewann der erfolgsverwöhnte Topklub keinen Titel, beim 2:8-Debakel gegen den FC Bayern in der Champions League musste Setién einen ebenso bitteren wie historischen Tiefschlag hinnehmen. Es war sein letztes Spiel an der Seitenlinie der Katalanen.

Nun meldete sich der 62-Jährige in einem Interview mit dem ehemaligen Real-Madrid- und Spanien-Coach Vincente del Bosque zu Wort - und sprach dabei unter anderem über Barcas Superstar Lionel Messi.

"Ich glaube, Messi ist der beste aller Zeiten", sagte der Coach in dem vom El Pais veröffentlichten Gespräch: "Es gab andere große Spieler, die großartig waren. Aber die Konstanz, die dieser Junge über die Jahre hatte, gab es sonst nie."

Tippkönig der Königsklasse gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Setién hatte aber nicht nur lobende Worte für den Argentinier übrig: "Es gibt Spieler, die nicht leicht zu führen sind. Leo ist schwer zu führen. Er ist der beste Spieler aller Zeiten, wer bin ich schon, ihn zu verändern?" Bei Barca habe man ihn seit Jahren so akzeptiert, wie er sei.

Setien: Ich weiß, wie die Barca-Spieler wirklich sind

Messi sei zwar sehr zurückhaltend, aber "er zeigt dir die Dinge, die er will. Er spricht nicht viel." Von Del Bosque wurde Setién auf die Ausnahmeposition Messis im Verein angesprochen. Er erinnerte dabei an ein Anekdote zu einem anderen ehemaligen Barca-Trainer, Tata Martino. Dieser soll einst zu Messi gesagt haben: "Ich weiß, dass der Präsident mich rauswirft, wenn du ihn anrufst. Aber du musst mir das nicht jeden Tag zeigen."

Setién entgegnete: "Mir muss niemand erzählen was Martino oder sonst jemand gesagt hat. Ich habe es gelebt. Ich hatte genug Erlebnisse mit diesem Jungen und den anderen Spielern um mir selbst ein Bild davon zu machen, wie sie wirklich sind."

Nach seinem Abschied sei ihm klar geworden, dass er manche Entscheidungen besser zum Wohle des Vereins getroffen hätte - und nicht mit Blick auf einzelne Spieler. Der Klub stehe über dem Präsidenten, den Spielern und dem Coach.

Er trauere seiner Zeit bei Barca aber nicht mehr nach - vor allem, weil er herausgefunden habe, dass seine Entlassung schon vor dem 2:8 gegen Bayern beschlossene Sache gewesen sei.