Ewald Lienen rechnet mit dem DFB ab: "Gesamtkunstwerk erbärmlich"

Auf Schalke 04 wartet mit der Champions League eine neue Herausforderung. Der Vizemeister hat in der Offensive dafür nachgerüstet.

Ewald Lienen ist ein Mann der klaren Worte. In einem TV-Talk rechnete der ehemalige Bundesliga-Trainer gnadenlos mit Bundestrainer Joachim Löw und dem DFB-Team ab. Dabei warf der 64-Jährige Löw und Co. Arroganz vor.

"Die Arroganz, die Jogi Löw und die Nationalspieler an den Tag gelegt haben, war hanebüchen", wetterte Lienen in einem TV-Talk mit Sky. "Ich bin froh, dass sie früh ausgeschieden sind, weil das Gesamtkunstwerk erbärmlich war", fügte der ehemalige Bundesliga-Profi und heutige Technische Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli an.

Lienen über DFB-Aus bei der WM: "Habe es erhofft"

Doch "Zettel-Ewald" war noch nicht fertig und legte sogar noch einmal nach. "Ich habe das frühe Aus nicht nur erwartet, ich habe es erhofft. Schon nach der Gruppenauslosung ist das DFB-Team in absolute Arroganz verfallen."

Dass es auch anders gehen kann, zeigte laut Lienen Vize-Weltmeister Kroatien, der mit aufopferungsvollem Fußball bis ins Finale vorstießen. "Wir in Deutschland haben so viele gute Spieler wie die Kroaten Einwohner", kritisierte Lienen das DFB-Team noch einmal indirekt.

Vor allem in der Ausbildung wurden laut Lienen in den vergangenen Jahren zu viele Fehler gemacht. "Es geht nur noch darum, mit 30 Jahren Bundesliga-Trainer zu werden", kritisierte Lienen die falsche Orientierung der heutigen Nachwuchstrainer-Generation: "Gute Nachwuchstrainer sind die, die die Mannschaften zehn bis 15 Jahre trainieren. Jugendtrainer ist ein Sozialjob." Dies sei laut Lienen in der heutigen Zeit kaum mehr gegeben.