Evangelische Kirche fordert humanitäre Hilfe an polnisch-belarussischer Grenze

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Flüchtlinge schleudern an der polnischen Grenze Steine (AFP/Leonid SHCHEGLOV)

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Arbeitsgruppe "Christliche Vision" des Koordinierungsrats für Belarus haben die Politik dazu aufgefordert, unverzüglich humanitäre Hilfe an der polnisch-belarussischen Grenze zu ermöglichen. "Das Vorgehen des belarussischen Machthabers ist kriminell und zynisch", erklärte die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber am Donnerstag. Der politische Kampf um Deutungshoheit verdecke das Leid tausender Menschen, die zwischen die Fronten geraten seien.

Bosse-Huber appellierte an die Verantwortlichen, geltendes Recht einzuhalten und Menschen nicht zum Spielball von Politik zu machen. Europa solle auf Erpressungsversuche nicht reagieren, indem es selbst Recht und Humanität "über Bord" werfe, forderte sie. Angesichts der Not könne die Kirche nicht schweigen. Die EU-Staaten müssten die Menschen unverzüglich aufnehmen, forderte Bosse-Huber.

Tausende Flüchtlinge sitzen derzeit in Belarus bei eisigen Temperaturen vor allem an der Grenze zum EU-Mitgliedsstaat Polen fest. Brüssel wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, absichtlich Flüchtlinge in die EU zu schleusen, um Vergeltung für Sanktionsbeschlüsse der Europäer zu üben. Belarus weist dies zurück.

ald/cfm

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