Evangelische und die katholische Kirche betonen Bedeutung der Ökumene

Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm

Die evangelische und die katholische Kirche haben bei einem gemeinsamen Fest die Bedeutung der Ökumene betont. "Christen aller Konfessionen verbindet der Horizont der Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, am Samstag in Bochum in einer Dialogpredigt mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Dafür, dass dieser Horizont sichtbar werde, müssten die Kirchen verschiedener Konfessionen noch stärker als bisher gemeinsam eintreten, fügte Bedford-Strohm hinzu. "Ich wünsche mir, dass wir uns gemeinsam einsetzen für eine Welt, in der alle Menschen in Würde leben können." Mit dem erstmals veranstalteten ökumenischen Fest wollten die beiden Kirchen einen Akzent zum Reformationsjubiläum setzen.

"Das Haus der Erde ist ein gemeinsames Haus, und deswegen ist es nicht verrückt und töricht, sich dafür einzusetzen, dass dieses Bewusstsein weltweit wach bleibt", sagte Kardinal Marx in der Predigt. "Dafür haben wir gemeinsam als Christen eine Verantwortung, dass dies präsent bleibt, dass wir das nicht vergessen, dass wir nicht zurücktreten in die Eigeninteressen und Selbstbezogenheit."

Das Fest wurde von der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie den Laienorganisationen Deutscher Evangelischer Kirchentag und Zentralkomitee der deutschen Katholiken organisiert. Daran nahmen nach ihren Angaben rund 850 Gläubige beider Konfessionen teil.

Bedford-Strohm nannte das Fest einen "wichtigen Meilenstein der Ökumene" im Reformationsjahr. "Dieses Jahr hat uns ökumenisch vorangebracht, und diesen Weg werden wir weitergehen", fügte der EKD-Vorsitzende hinzu. Kardinal Marx würdigte das Reformationsjahr als starkes ökumenisches Signal, das positiv wirke.