Evakuierungen aus vormaliger syrischer Rebellenhochburg Duma geraten ins Stocken

Die Evakuierung der verbliebenen Kämpfer und Zivilisten aus der lange Zeit von Rebellen gehaltenen Region Ost-Ghuta in Syrien kommt nur langsam voran. Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP sah Dutzende leerer Busse warten am Rande von Duma

Die Evakuierung der verbliebenen Kämpfer und Zivilisten aus der lange Zeit von Rebellen kontrollierten Region Ost-Ghuta in Syrien kommt nur langsam voran. Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP sah am Dienstag Dutzende leere Busse am Rande der letzten von Rebellen gehaltenen Stadt Duma warten. Das syrische Staatsfernsehen berichtete, 20 Busse seien nach Duma hineingefahren, um Menschen von dort nach Nord-Syrien zu bringen.

In Duma haben sich rund 10.000 Kämpfer verschanzt, die der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam angehören sollen. "Das Unternehmen klappt heute oder nicht. Es gibt Meinungsverschiedenheiten bei Dschaisch al-Islam über ihren Abzug, aber wir setzen unsere Vorbereitungen fort", sagte ein Armeevertreter.

"Der radikale Flügel der Gruppe will einer Evakuierung weiterhin nicht zustimmen", sagte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dschaisch al-Islam sei gespalten. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Dschaisch al-Islam hüllt sich in Schweigen, seit am Sonntag syrische Medien, Russland und Aktivisten berichtet hatten, die Gruppe habe einer von Moskau vermittelten Vereinbarung zum Abzug aus dem letzten von Rebellen gehaltenen Gebiet in Ost-Ghuta zugestimmt.

In den vergangenen Tagen verließen mehr als 46.000 Menschen, ein Viertel davon Kämpfer, Ost-Ghuta. Am Montagabend reisten nach einem langen Tag des Wartens 1.100 Rebellen und ihre Familien aus Ost-Ghuta ab in Richtung der nordsyrischen Stadt Dscharabulus, die von protürkischen syrischen Rebellen kontrolliert wird.

Seit Beginn ihrer Offensive gegen Ost-Ghuta Mitte Februar haben die syrische Armee und die mit ihr verbündete russische Luftwaffe die Rebellen massiv in Bedrängnis gebracht. 1600 Zivilisten sollen dabei getötet worden sein. Für Syriens Staatschef Baschar al-Assad wäre die vollständige Rückeroberung von Ost-Ghuta ein großer Sieg. Wegen ihrer Nähe zu Damaskus hat die Region eine besondere strategische und symbolische Bedeutung.