Aufräumarbeiten nach Unwetterkatastrophe gehen bei entspannter Wetterlage voran

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Steinbachtalsperre

Nach der Unwetterkatastrophe hat sich die Lage in den betroffenen Regionen im Westen Deutschlands stabilisiert. Die Aufräumarbeiten schritten am Montag voran, nach wie vor galt allerdings eine große Zahl an Menschen als vermisst. Die Polizei in Koblenz sprach von etwa 170 Vermissten in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Toten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhöhte sich auf mindestens 164.

Im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Polizei in Koblenz auf 117. In dem Kreis erhöhte sich demnach zudem die Zahl der Verletzten auf 754. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Toten nach Angaben von Landes-Innenminister Herbert Reul (CDU) im dortigen Hochwassergebiet auf 47 Tote. Damit gibt es insgesamt 164 bestätigte Todesfälle.

In allen Gebieten versuchten die Retter, sich angesichts des sich zurückziehenden Wassers ein umfassenderes Lagebild zu machen. Die Polizei in Koblenz kündigte an, zusammen mit Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und weiteren Rettern das Hochwassergelände nochmals abzusuchen. Wenn Todesopfer gefunden werden, würden diese an einen Sammelort gebracht und identifiziert. Danach würden die Angehörigen informiert. Todesfälle würden "mit größtmöglicher Pietät behandelt", sagte der Koblenzer Polizei-Vizepräsident Jürgen Süs.

Laut Süs sind im Bereich Ahrweiler insgesamt etwa 30 Ortschaften von den Fluten betroffen. Es seien zahlreiche Häuser dauerhaft unbewohnbar geworden, dazu sei viel Infrastruktur zerstört worden. Kleinere Probleme bereiteten den Einsatzkräften Plünderer. Insgesamt seien 14 Straftaten festgestellt worden, diese lägen alle "im unteren Bereich der Eigentumskriminalität".

Die Bedrohungslage durch Hochwasser entspannte sich insgesamt. So stabilisierte sich auch die Lage im Bereich der zwischenzeitlich als gefährdet eingestuften Steinbachtalsperre. Der Wasserstand sei weit genug gesenkt worden, die Evakuierungen der Orte unterhalb des Damms könnten beendet werden, erklärte die Bezirksregierung Köln. "Ein Dammbruch ist jetzt nicht mehr zu befürchten."

Laut Kölner Bezirksregierung sollen die Behörden im zuständigen Rhein-Sieg-Kreis eine "geregelte Rückkehr" der Einwohner der sicherheitshalber geräumten Gemeinden Swisttal und Rheinbach organisieren. Der Kreis erklärte am Montagvormittag, es sei nach Expertenbewertung ein "unkritischer Wasserstand" erreicht worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lobte bei einem Besuch vor Ort die "erstklassige Leistung" der Helfer. Es habe sich gezeigt, wie wichtig diese sei. Seehofer sagte über das Unwetter, "ein solches Ereignis ist zuallererst eine Stunde für die Hilfe und für die Solidarität." NRW-Innenminister Reul sagte, die Gesellschaft sei "viel besser" als sie oft dargestellt werde. Die Hilfsbereitschaft sei riesig.

Auch in Bayern entspannte sich nach der am Sonntag zwischenzeitlich schwierigen Lage die Hochwassersituation am Montag deutlich. Da es keine relevanten Niederschläge mehr gegeben habe und nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch die kommenden Tage keine relevanten Flächenniederschläge geben werde, sei von einer weitergehenden Entspannung auszugehen, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern mit. "Die Wellen laufen ab", hieß es im Lagebericht des Warndienstes.

cha/bfi

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