Eurozone: Industriestimmung sinkt etwas nach Rekordhoch

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums hat sich zum Jahresauftakt etwas vom Rekordhoch entfernt. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sei im Januar auf 59,6 Punkte gesunken, teilte das britische Forschungsinstitut Markit am Donnerstag nach einer zweiten Umfragerunde mit. Eine erste Schätzung wurde damit bestätigt. Im Dezember hatte der Indexwert bei 60,6 Punkten den höchste Wert seit Einführung des Indikators im Jahr 1997 erreicht.

Volkswirte hatten mit dem Rückgang im Januar gerechnet. Trotz des Dämpfer zum Jahresauftakt stehen die Zeichen in den Industriebetrieben des Währungsraums weiter auf Wachstum. Indexwerte über 50 Punkten deuten auf Wachstum hin, Werte darunter sprechen für eine wirtschaftliche Schrumpfung.

Der Markit-Stimmungsindikator gibt in der Regel gute Hinweise auf die tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung und wird deshalb an den Finanzmärkten stark beachtet. In Deutschland und Frankreich, den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, gingen die Kennzahlen jeweils von Rekordständen zurück, in Frankreich allerdings weniger deutlich und in Deutschland etwas stärker als zunächst ermittelt. In Spanien fiel der Indikator, in Italien hellte sich die Stimmung hingegen überraschend auf.

"Der rasante Aufschwung des Eurozone- Industriesektors hat sich im Januar fortgesetzt", kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von Markit. Seiner Einschätzung nach erhöhen die Unternehmen ihre Kapazitäten wegen der steigenden Nachfrage. Außerdem werden so viele neue Stellen wie selten geschaffen, wobei die Branche aber nach wie vor mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen habe.

Die Daten im Überblick:

^Region/Index Januar Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Verarb. Gew. 59,6 59,6 59,6 60,6

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 61,1 61,2 61,2 63,3

FRANKREICH

Verarb. Gew. 58,4 58,1 58,1 58,8

ITALIEN

Verarb. Gew. 59,0 57,4 --- 57,4

SPANIEN

Verarb. Gew. 55,2 55,6 --- 55,8°

(Angaben in Punkten)