Eurovision Song Contest: Deutscher Kandidat steht fest

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Deutscher ESC-Beitrag 2020: So kompliziert war das Auswahlverfahren

Das TV-Publikum durfte dieses Jahr nicht mitentscheiden. Nur Experten stimmten ab: Der deutsche Beitrag für den Eurovision Song Contest 2020 steht fest.

Lag es am schlechten vorletzten Platz des ESC 2019, den die S!sters in Tel Aviv belegten? Zum ersten Mal seit elf Jahren jedenfalls bleibt das deutsche TV-Publikum außen vor, wenn es um die Bestimmung des diesjährigen ESC-Kandidaten für Deutschland geht.

Wie der NDR vermeldet, haben "zwei unabhängige Jurys ausgewählt, wer für Deutschland in Rotterdam auftritt: eine 'Eurovisions-Jury' mit 100 Menschen aus ganz Deutschland und eine internationale Expertenjury aus 20 Musikprofis". Alle diese Musikprofis gehörten bereits zur nationalen ESC-Jury ihres Heimatlandes. In einem mehrstufigen Verfahren seien durch diese beiden Jurys sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch Songs bewertet worden.

Und wer wird nun für Deutschland an den Start gehen, wenn das Finale des Eurovision Song Contest 2020 am Samstag, 16. Mai, in Rotterdam stattfindet? Geduld ist gefragt: Erst am Donnerstag, 27. Februar, präsentiert ONE ab 21.30 Uhr den mit Spannung erwarteten Titel und den Interpreten in der 45-minütigen Sendung "Unser Lied für Rotterdam". Die Show wird moderiert von Barbara Schöneberger.

Alexandra Wolfslast, Head of Delegation für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest, kann erahnen, dass ESC-Fans mit der Enthüllung eigentlich so lange nicht warten wollen, und erläutert: "Wir wissen, dass viele Fans lange auf Infos gewartet haben. Wir brauchten aber die Zeit, um konzentriert schon sehr viele Dinge für Rotterdam vorzubereiten. Umso mehr freuen wir uns, am 27. Februar diesen tollen Act präsentieren zu können."

Einmaliger ESC-Instinkt

Dass der Song gut ankommen wird, davon ist Thomas Schreiber, ARD-Koordinator Unterhaltung, überzeugt: "Unser Act hat die nationalen und internationalen Expertinnen und Experten begeistert und sich in einem tollen Teilnehmerfeld durchgesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass die Wahl auch bei den ESC-Fans auf sehr breite Zustimmung und - wie wir hoffen - auf Begeisterung stoßen wird."

Der ARD-Teamchef für den Eurovision Song Contest, Christian Blenker, schließt sich seinem Kollegen an: "Unsere beiden Jurys haben einen hohen musikalischen Sachverstand und einen einmaligen ESC-Instinkt." Mit diesem Verfahren haben man auch deutlich mehr Zeit für die Inszenierung gewonnen. Die ersten spannenden Ideen von international erfolgreichen Choreografen lägen bereits vor.

Um in den Kreis der Jury aufgenommen zu werden, musste Interessierte im April 2019 Gespür beweisen: Rund 2,26 Millionen Menschen waren in Deutschland über soziale Netzwerke eingeladen, Teil der Eurovisions-Jury zu werden. "Jeder konnte teilnehmen", so der NDR in seiner Pressemitteilung. "Am Ende haben 15.000 bei der Online-Befragung mitgemacht. Sie mussten im Vorfeld des ESC 2019 in Tel Aviv die Platzierung von zehn zufällig bestimmten ESC-Beiträgen vorhersagen und so ihr Gespür für die sichere Einschätzung von ESC-Beiträgen unter Beweis stellen. Von ihnen wurden die besten 100 ausgewählt." Auch die Mitglieder der internationalen Expertenjury seien danach ausgewählt worden, wessen Einschätzung dem tatsächlichen Ergebnis besonders nah kam.