Europas Gewerkschafter kämpfen gemeinsam gegen Lohndumping

dpa-AFX

BRATISLAVA (dpa-AFX) - Zumindest innerhalb von multinationalen Firmen sollen die Mitarbeiter in verschiedenen Ländern den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bekommen. Das forderten Europas Gewerkschafter am Freitag auf einer internationalen Konferenz in Bratislava.

Im Zuge der Globalisierung müssten deshalb auch die nationalen Gewerkschaftsverbände grenzüberschreitend zusammenarbeiten, lautete der Tenor der Konferenz, die vom Forschungsinstitut der Europäischen Gewerkschaftskonföderation (European Trade Union Institute - ETUI), der Internationalen Gewerkschaftskonföderation, dem slowakischen Gewerkschaftsbund KOZ und der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert wurde.

KOZ-Präsident Jozef Kollar wies auf das "Paradoxon" hin, "dass die enormen Entlohnungsunterschiede zwischen dem westlichen und dem östlichen Europa dazu führen, dass Firmen ihre Angestellten und Gewerkschaftsvertreter etwa in Deutschland damit geradezu erpressen, dass sie ständig mit einer Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer in Ostmitteleuropa drohen." Das schwäche die Gewerkschafter in Ländern wie Deutschland und zementiere zugleich Niedriglöhne in den neuen EU-Ländern.