Vor Europarats-Sitzung: Russen verärgert über Corona-Beschränkungen

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MOSKAU/STRASSBURG (dpa-AFX) - Aus Ärger über Corona-Beschränkungen hat die russische Delegation ihre persönliche Teilnahme an einer anstehenden Sitzung eines Europarat-Gremiums im französischen Straßburg in Frage gestellt. "Unter dem Vorwand von Hygienemaßnahmen" seien die mit dem russischen Präparat Sputnik V geimpften Politiker in Straßburg in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, schrieb der Leiter der Delegation, Pjotr Tolstoj, am Freitag im sozialen Netzwerk Telegram. Sputnik V ist in der EU bislang nicht zugelassen.

Die Russen würden in eine "diskriminierte Position" gebracht, schrieb Tolstoj mit Blick auf die viertägige Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, die am kommenden Montag beginnen soll. "Unter den gegebenen Bedingungen wird die russische Delegation nicht nach Straßburg reisen, sondern die Arbeit aus der Ferne verfolgen."

In Frankreich sind beispielsweise Restaurant- und Barbesuche nur mit Test-, Impf- oder Genesungsnachweis möglich. Für den Impfnachweis gelten nur in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe. Ein Sprecher des Europarats bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass für die Teilnahme an der Sitzung selbst jedoch jedes Vakzin akzeptiert werde, das in einem der Mitgliedstaaten zugelassen sei - "was natürlich auch Sputnik einschließt".

Russland wirft dem Westen immer wieder politische Stimmungsmache gegen seinen inzwischen in rund 70 Staaten zugelassenen Impfstoff vor. Seinerseits hat das flächenmäßig größte Land der Erde aber auch keine westlichen Präparate zugelassen.

Zur Parlamentarischen Versammlung kommen viermal im Jahr Abgeordnete der 47 Staaten des Europarats zusammen. Die diesjährige Herbstsitzung erfolgt erneut im hybriden Format - die Teilnahme ist sowohl persönlich als auch online möglich. Der Europarat mit Sitz in Straßburg wacht über den Schutz der Menschenrechte in seinen Mitgliedsländern. Er ist kein Organ der Europäischen Union.

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