Europa will besseren Schutz gegen unfaire Handelspraktiken

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Trotz aller Bekenntnisse zum Freihandel will auch die Europäische Union die heimische Wirtschaft besser vor Auswüchsen der Globalisierung schützen. Auf Betreiben Frankreichs sollen ausländische Investititionen in strategische Branchen Europas genauer unter die Lupe genommen werden. Die EU-Kommission soll eine Analyse vorbereiten. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel.

"Europa ist und bleibt offen für Geschäfte", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk. "Aber wir stimmten überein, dass wir unsere Menschen besser vor unfairen Praktiken schützen müssen, zum Beispiel, indem wir mehr auf das Prinzip der Gegenseitigkeit setzen." Gemeint sind gleiche Rechte für Investoren aus Europa in jenen Ländern, deren Unternehmen hier investieren. In der Regel ist dies vor allem auf China gemünzt.

Auch EU-Komissionspräsident Jean-Claude Juncker betonte, freier Handel müsse vor allem fair sein. In diese Richtung werde ein Vorschlag der Kommission in den kommenden Monaten gehen.

Tusk verwies zugleich auf gute Wirtschaftszahlen in Europa. Die Beschäftigungszahlen hätten einen Höchststand erreicht. "Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir so gute Neuigkeiten", sagte er.