Europa-SPD kritisiert Schäuble im Kampf gegen Geldwäsche

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Sozialdemokraten im Europaparlament werfen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, in Deutschland zu wenig gegen Geldwäsche zu unternehmen. "Die besten Regeln nutzen nichts, wenn nicht mal im Ansatz genügend Personal da ist, um sie zu überwachen und durchzusetzen", kritisierte der SPD-Politiker Peter Simon für die Sozialdemokraten im Panama-Papers-Ausschuss. Tausende Verdachtsfälle seien wegen Personalmangels unbearbeitet.

Der Ausschuss hat Schäuble für Dienstagnachmittag (14.00 Uhr) nach Brüssel geladen, um ihn zu den deutschen Anstrengungen gegen Geldwäsche und Steuervermeidung zu befragen. Hintergrund sind die Enthüllungen in den sogenannten Panama-Papieren 2016.

Die an Journalisten weitergegebenen vertraulichen Unterlagen geben Hinweise auf Steuervermeidung und Geldwäsche mit Hilfe von Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen. Schäuble soll zu den daraus gezogenen Konsequenzen berichten. Geladen sind auch der irische Finanzminister und Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.