Europa League: Sensation: Altach steht im Playoff

Eine wahre Härteschlacht lieferte sich KAA Gent am Innsbrucker Tivoli gegen den SCR Altach. Die ruppige Gangart der Belgier wurde aber nicht belohnt, Altach schlägt den haushohen Favoriten mit 3:1 und steigt ins Playoff auf.

Eine wahre Härteschlacht lieferte sich KAA Gent am Innsbrucker Tivoli gegen den SCR Altach. Die ruppige Gangart der Belgier wurde aber nicht belohnt, Altach schlägt den haushohen Favoriten mit 3:1 und steigt ins Playoff auf.

Ginge es nach dem Marktwerkt, wäre das Duell bereits vor Anfang der Partie entschieden: die Belgier verfügen über den siebenfachen Kaderwert wie der österreichische Vertreter aus dem Vorarlberg, dennoch schlug David Altach den Goliath KAA Gent. Eine kleine Sensation für den österreichischen Fußball, nachdem gestern HNK Rijeka die Salzburger rauskickte und heute Sturm Graz gegen Fenerbahce die Segel streichen musste.

Die Tore erzielten Moumi Ngamaleu (11.), Stefan Nutz (76.) und Kristijan Dobras (88.) bzw. Danijel Milicevic per Elfmeter (44.). Für den erstmaligen Einzug in eine Europacup-Gruppenphase hat Altach noch eine Hürde zu meistern. Neben den Vorarlbergern stehen auch Meister Salzburg und Vizemeister Austria im Europa-League-Play-off. Die Auslosung erfolgt am Freitag (13.00 Uhr) in Nyon.

Gent quittiert Rückstand mit Härte

Altach-Trainer Klaus Schmidt setzte vor 3.850 Zuschauern auf dem Tivoli, auf den Altach wie vor zwei Jahren in dieser Phase ausweichen musste, auf Routinier Hannes Aigner als Solospitze. In der Anfangsphase hatten die favorisierten Belgier, Ligadritter der vergangenen Saison, etwas mehr vom Spiel - bis die Altacher einmal mehr in dieser Saison einen frühen Treffer erzielten.

Stefan Nutz schickte den blitzschnellen Ngamaleu mit einem langen Ball auf die Reise. Der Kameruner entwischte der Gent-Abwehr und überhob den schlecht herausgekommenen Torhüter Jacob Rinne. Die Altacher bekamen Oberwasser, wirkten souverän. Einzig bei einem Milicevic-Freistoß, den Keeper Martin Kobras ausließ, hatten sie Glück. Kalifa Coulibaly, im Hinspiel erfolgreich, brachte den Nachschuss nicht im Tor unter (14.).

Gent, in der Vorsaison erst im Europa-League-Achtelfinale gescheitert, reagierte auf den Rückstand mit Härte. Simon Piesinger musste bereits Mitte der ersten Hälfte mit einer Knöchelverletzung vom Platz (26.). Der eingewechselte Christian Gebauer prüfte wenig später Rinne (27.). Einen Galvao-Freistoß lenkte Gents Schlussmann über das Tor (32.).

Konsequent: Gent ab Minute 49 dezimiert

Dem Ausgleich ging ein unnötiges Foul von Philipp Netzer voraus. Der Altach-Kapitän brachte Coulibaly zu Fall, den Strafstoß verwertete Milicevic sicher. Kurz nach Seitenwechsel schwächten sich die Belgier aber selbst: Stefan Mitrovic wurde für ein Vergehen im Laufduell mit Ngamaleu mit seiner zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt (49.).

Die erste Großchance auf das 2:1 ließ Aigner aus. Der Tiroler schob den Ball nach Zuspiel von Ngamaleu aber am Tor vorbei (69.). Der Routinier bugsierte wenig später aber auch - möglicherweise aus Abseitsposition - den Ball zu Nutz. Dieser traf mit links auf sehenswerte Manier ins rechte Eck. Es war bereits der vierte Europacup-Treffer für den Altacher Neuzugang in dieser Saison.

Gent tauchte nur noch einmal durch Moses Simon gefährlich vor dem Tor auf (82.). Für die Entscheidung sorgte Dobras, der das Leder nach Zuspiel von Emanuel Sakic und starker Ballannahme im kurzen Eck versenkte. Von neun Pflichtspielen in dieser Saison hat Altach damit weiterhin nur eines verloren. Den Grundstein zum überraschenden Aufstieg hatten sie schon mit ihrer Vorstellung in Gent gelegt.

Drei Runden haben die Altacher bereits überstanden, eine fehlt noch zur Gruppenphase. Bei ihren ersten Europacup-Auftritten 2015 hatten die Rheindörfler in der dritten Quali-Runde zur Europa League Vitoria Guimaraes aus Portugal ausgeschaltet, waren dann aber im Play-off an Belenenses Lissabon gescheitert.

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