Europa League: Marco Rose: "Bin immer noch ein Feierbiest"

Wir schreiben den Frühsommer 2004, als Marco Rose aus dem Mannschaftsbus steigt - und sich Kultstatus beim FSV Mainz sichert.

Wir schreiben den Frühsommer 2004, als Marco Rose aus dem Mannschaftsbus steigt - und sich Kultstatus beim FSV Mainz sichert.

Die 05er, lange Zeit die graue Maus der 2. Liga, hatten gerade nach zuvor zwei dramatisch verpassten Aufstiegen endlich doch noch den Sprung in die Bundesliga geschafft. Gefeiert wurde dies standesgemäß und ausgiebig. Mittendrin statt nur dabei damals nicht nur Jungtrainer Jürgen Klopp, sondern auch Verteidiger Rose.

Erstligaspieler Rose - irgendwelche Einwände?

"Da ist er: Erstligaspieler Rose - gibt's irgendwelche Einwände? Nein? Ok!" So begrüßte der heutige Salzburg-Coach beim Aussteigen aus dem Bus die wartenden Fans ausgelassen, lautstark und von den Feierlichkeiten leicht gezeichnet (im folgenden Video ab Minute 1:58).

Knapp 14 Jahre später hatte Rose am Donnerstag erneut allen Grund zu feiern. Mit den Salzburger Bullen schaltete der gebürtige Leipziger im Viertelfinale der Europa League Lazio Rom aus und zog unter die letzten Vier ein. Red Bull Salzburg nahm dies zum Anlass, um Roses legendären Sager etwas abzuwandeln: Halbfinal-Trainer Rose - irgendwelche Einwände?

Das Feierbiest Rose wird noch nicht losgelassen

"Grundsätzlich ändert man sich als Mensch ja nicht. Das heißt, ich bin ich immer noch ein Feierbiest - wenn es was zu feiern gibt", schmunzelte Rose am Freitag darauf angesprochen, ob er auch als Trainer noch zum Feierbiest mutiert.

Ob der anstehenden Aufgaben habe er es allerdings ruhig angehen lassen, versicherte Rose. "Gestern war es ein sehr schöner Abend. Sicherlich konnte ich den Moment genießen und natürlich habe ich auch auf diesen Sieg angestoßen, aber ich wusste auch, dass heute um elf Uhr Training ist und wir morgen zur Admira fahren", erklärte der Trainer.

"Das habe ich während meiner Spielerkarriere gelernt. Früher konnte ich feiern bis früh um sieben und um zehn trainieren. Wenn du etwas älter wirst, machst du aber immer wieder die Erfahrung, dass dein Körper länger braucht, um zu regenerieren", erklärte der 41-Jährige.

Deshalb wählte er den schlauen Weg, ging nach Hause und gönnte sich zum Runterkommen ein Glas Wein. Trotz des hochemotionalen und für sie bislang größten Erfolg, taten es die Spieler ihrem Chef gleich und verschoben die große Party erst einmal.

Red Bull Salzburg: Feiern noch verschoben

"Da ist meine Mannschaft wahrscheinlich sogar noch professioneller als ich. Heute um acht Uhr war der erste schon wieder da und ging selbstständig auslaufen. Der nächste hat sich aufs Fahrrad gesetzt", verriet Rose. "Das Läuft auf einem Niveau ab, auf das ich mich absolut verlassen kann. Die Jungs wissen einfach, dass das dazu gehört und was wir noch vorhaben."

Ausgiebig gefeiert wurde dafür noch im Stadion. Nach den hochverdienten Ehrenrunden vor den Zuschauern, heizte in der Kabine Mentalcoach Ulf Häfelinger der Mannschaft wie gewohnt ein. "Er liefert immer legendäre Ansprachen und reißt die ganze Mannschaft mit. Das ist immer ein Highlight", bestätigte Stefan Lainer. Ein sehr emotionaler Abend war es auch für Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, der dem Team in der Kabine persönlich seine Glückwünsche übermittelte.

Noch sorgen die kommenden, entscheidenden Wochen dafür, dass in Salzburg der Erfolg mit professioneller Zurückhaltung genossen wird. Aber in der aktuellen Form ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es wirklich etwas zu feiern gibt und Marco Rose endgültig wieder zum Feierbiest mutiert. Am liebsten als Europa-League-Sieger Rose - irgendwelche Einwände?

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