Europa-Chef der Kaufhof-Mutter HBC muss gehen – zwei Häuser schließen

Der Europachef der Kaufhof-Mutter HBC verlässt den Handelskonzern. Zudem sollen die Filialen in Hof und Solingen geschlossen werden.


Der kanadische Handelskonzern Hudson‘s Bay Company (HBC) hat sich von seinem Europachef Wolfgang Link getrennt. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Die Wirtschaftswoche hatte zuerst über den Abgang von Link berichtet.

Link, der auch Aufsichtsratschef der Tochter Galeria Kaufhof war, war erst vor einem Jahr zu dem Unternehmen gekommen. Das Unternehmen kommentierte die Personalie auf Nachfrage nicht. Link hatte noch einen Vertrag bis Ende 2021, der ihm wohl jetzt ausbezahlt werden muss.

Links Demission kommt nicht völlig überraschend. Er war ein enger Vertrauter des ehemaligen HBC-Chef Jerry Storch, der das Unternehmen nach anhaltenden Verlusten bereits im Oktober letzten Jahres verlassen musste. Deswegen hatten manche schon mit einer früheren Trennung gerechnet. Offenbar aber wollte das Unternehmen zu viel Aufregung auf einmal vermeiden.


Link hatte Galeria Kaufhof zunächst auch operativ geführt, war aber in dieser Position schon Ende vergangenen Jahres von Roland Neuwald abgelöst worden. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören war, ist der Abgang von Link Teil eines größeren Umbaus des Europa-Managements von HBC.

Neuwald hat das Unternehmen in einer schwierigen Phase übernommen. Kaufhof schreibt Verluste, die Umsätze gehen deutlich zurück. Auch im laufenden Jahr erwartet das Management keinen Gewinn. Mit einem harten Kostenmanagement will der neue Kaufhof-Chef jetzt die Wende schaffen.

Die Gewerkschaft Verdi hat bereits zugestimmt, mit dem Unternehmen über einen Sanierungsplan und einen neuen Tarifvertrag zu verhandeln. Die Gespräche sollen am 18. Mai starten.„Es gilt jetzt anzupacken, damit wir die Trendwende bis 2020 schaffen“, sagte Neuwald in einem Interview mit dem Mitarbeitermagazin des Konzerns.

Unterdessen hat der Kaufhof-Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, die Filialen in Hof und in Solingen zu schließen. Das Unternehmen habe entschieden, die Anfang 2019 auslaufenden Mietverträge für die beiden Häuser in Bayern und Nordrhein-Westfalen nicht zu verlängern, teilte das Unternehmen am Freitag mit.


In Solingen sei ein Weiterbetrieb des Warenhauses „aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich“, erklärte die Filialgeschäftsführerin Bettina Otten und verwies auf die negative Entwicklung des innerstädtischen Umfelds mit hoher Fluktuation und einem erheblichen Leerstand.

In Hof machte Kaufhof Umbaupläne des Besitzers der Warenhausimmobilie für die geplante Schließung verantwortlich. Dessen Pläne für einen Hotelneubau seien mit der Weiterführung des Warenhauses nicht vereinbar.