Europäischer Gerichtshof ordnet Stopp von Abholzung im Bialowieza-Wald an

Der Europäische Gerichtshof hat einen sofortigen Stopp der Abholzung im geschützten Bialowieza-Wald in Polen angeordnet. Eine entsprechende Verfügung sei am Donnerstag ergangen, teilte die Pressestelle des Gerichts am Freitag in Luxemburg mit. Es handele sich um einen "vorübergehenden" Beschluss, bis das Gericht zu dem Wald endgültig entschieden habe, der als einer der letzten Urwälder Europas gilt. Die Umweltorganisation WWF sprach von einer "großartigen Nachricht".

Polens rechtskonservative Regierung hatte im März 2016 beschlossen, eine Verdreifachung der bisher zugestandenen Abholzung zu erlauben. Dies galt auch für Gebiete, die bisher vor Eingriffen jeglicher Art geschützt waren. Gerechtfertigt wurde dies mit der Bekämpfung des Borkenkäfers. Die EU-Kommission hatte Polen darauf Mitte Juli vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt und eine einstweilige Anordnung verlangt, um die Abholzung zu stoppen.

Der Wald von Bialowieza erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Ein Teil des Waldes ist Schutzgebiet und zählt zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen.