Europäische Polizei hebt auf Steuerbetrug spezialisierte Bande aus

Europol und die europäische Justizbehörde Eurojust haben nach eigenen Angaben eine kriminelle Bande ausgehoben, die durch Steuerbetrug hunderte Millionen Euro ergaunert hat. Wie Europol am Freitag mitteilte, wurden zwischen dem 18. und dem 20. April insgesamt 58 Verdächtige in Deutschland, Belgien, Portugal und Spanien festgenommen. Allein in Spanien gab es 52 Festnahmen.

Betrug bei der Mehrwertsteuer und Geldwäsche sollen der seit neun Jahren in ganz Europa aktiven kriminellen Organisation mehr als 390 Millionen Euro eingebracht haben. Sie tätigte oder simulierte Importe und kaufte zum Teil nachgemachte Elektronikartikel, die sie dann im Internet verkaufte. Dabei nutzte sie ein Netz von über hundert Firmen - größtenteils Scheinunternehmen in Europa und den USA.

In einer eigenen Produktionsstätte stellte sie falsche Quittungen für importierte Elektroartikel und Luxusautos her. Binnen drei Jahren produzierte die Gruppe den Angaben zufolge falsche Rechnungen über eine Summe von mehr als 250 Millionen Euro. Investiert wurde dann unter anderem in Immobilien oder Läden.

Der Mehrwertsteuerbetrug soll die Wirtschaft der Europäischen Union um mindestens 60 Millionen Euro geschädigt haben. Die Masche bestand darin, Waren ohne Mehrwertsteuer zu importieren, um sie mit Steueraufschlag weiterzuverkaufen. Laut Europol bestand die Bande hauptsächlich aus Italienern, Spaniern und Portugiesen. Sie wurde demnach von zwei Spaniern - Vater und Sohn - von Spanien aus gesteuert.