Flugsicherung warnt Airlines wegen möglicher Luftangriffe in Syrien

Eurocontrol rechnet mit Luftangriffen auf Syrien – und warnt Flugzeugbetreiber. Es könne zu Störungen der Flugzeug-Navigationssysteme kommen.


Die Europäische Flugsicherungsagentur Eurocontrol bittet Airlines, bei Flügen über den Mittelmeerraum besonders vorsichtig zu sein. Grund ist die Befürchtung eines möglichen Militärschlags in Syrien. Die Flugsicherungsagentur rechnet offenbar mit Luftangriffen in den kommenden 72 Stunden, geht aus der auf ihrer Webseite veröffentlichten Warnung hervor.

Für möglich erachtet Eurocontrol Angriffe durch Lenkflugkörper – Waffen mit eigenem Antrieb, die entweder selbständig gelenkt oder von einem menschlichen Schützen ans Ziel gesteuert werden sowie einfache Luft-Boden-Angriffe.

Dadurch könne es zu Störungen von Flugnavigationssystemen kommen, so die Agentur. Airlines, deren Flugzeuge sich im Mittelmeerraum bewegen, wird angeraten, bei der Planung der Flugrouten solche Störungen zu berücksichtigen.


In den vergangenen Tagen hat der Syrien-Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem bekannt wurde, dass in der syrischen Stadt Duma bei einem Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit chemische Waffen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurden, schließen einige Staats- und Regierungschefs einen Militärschlag gegen Assad nicht mehr aus.

„Wenn die Verantwortlichkeit (der syrischen Führung) erwiesen ist, wird es eine militärische Antwort geben“, sagte der französische Regierungssprecher Benjamin Griveaux am Dienstagmorgen. Auch Angela Merkel forderte „eine sehr, sehr deutliche Sprache“ gegenüber Assad und auch dessen Schutzmacht Russland.

Auch der US-Präsident Donald Trump verurteilte Assads Angriff auf Duma und gab sowohl Putin als auch Iran die Verantwortung dafür, dem „Tier Assad“ Rückendeckung zu geben. Es werde ein hoher Preis zu zahlen sein, schrieb Trump in einem Tweet am Sonntag.

Drei Tage später tobt ein Streit im UN-Sicherheitsrat um die Lösung des Konflikts. Zwei rivalisierende Resolutionsentwürfe von Russland und den USA sind bei einer Sitzung am Dienstag in New York gescheitert. Während der US-Entwurf dafür plädierte, die Verantwortlichen für den Giftgasangriff klar zu identifizieren, ließ der russische Entwurf die Möglichkeit zu, die klare Benennung der Täter zu vermeiden.