Euro-Finanzminister: Hohe Inflation wird bleiben

Euro-Finanzminister: Hohe Inflation wird bleiben

Die Inflation schießt in die Höhe, und die Wachstumsaussichten verschlechtern sich. So beschrieben die Finanzminister der Eurozone bei ihrem Treffen in Brüssel die Situation.

Erste Überlegung: Die Preissteigerung wird nicht so schnell vorübergehen.

Die Krise in der Ukraine, Angebotsschocks und die daraus resultierenden Folgen würden länger anhalten als erwartet, sagte die niederländische Ressortchefin Sigrid Kaag. Die Inflation bleibe auch im nächsten Jahr auf einem hohen Niveau. Damit müsse man einfach umgehen.

Zweite Überlegung: Es besteht die reale Gefahr von Gasknappheit im nächsten Winter, wenn Russland die Lieferungen kürzt. Die Europäische Kommission arbeitet an einem Notfallplan. Doch schon jetzt ist etwa die Hälfte der Teuerungsrate auf Energiepreise zurückzuführen.

Die derzeitige Situation könne sich deutlich verschlechtern, wenn Lieferkürzungen und echte Lieferengpässe hizukämen, so EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Dies könnte das Bild eines sehr begrenzten, reduzierten und verlangsamten Wachstums erheblich verändern.

Dritte Überlegung: Der Euro hat gegenüber dem Dollar an Wert verloren, beide Währungen sind nun nahezu gleichauf. Das letzte Mal war das vor 20 Jahren der Fall. Forderungen an die EZB werden laut, zu handeln.

Der EZB seien offensichtlich die Hände gebunden, meint der liberale spanische EU-Abgeordnete Luis Garicano. Sie kämpfe mit gefesselten Händen hinter dem Rücken, weil sie Angst habe, eine Euro-Krise auszulösen und einigen ihrer Mitglieder Schuldenprobleme zu bereiten, Ländern mit übermäßiger Verschuldung. Es sei zu spüren, dass die EZB einfach die Zeit verstreichen lassen und nicht wirklich viel unternehmen wolle. Das signalisiere natürlich eine hohe Inflation in Europa und einen schwächeren Euro.

Vor diesem Hintergrund geht es in Europa jetzt vor allem darum, eine nicht auszuschließende Rezession zu vermeiden.

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