Wie ihr euren deutschen Akzent im Englischen in 4 einfachen Schritten loswerdet

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Woran erkennt man einen deutschen Touristen oder Expat im Ausland? Weiße Socken und Sandalen? Eher nicht. Meist ist es der deutsche Akzent, der entlarvt, wo man tatsächlich herkommt. Einige Deutsche stören sich an ihrem eigenen Akzent im Englischen nicht und plappern munter drauf los. Andere schämen sich regelrecht, wenn mal wieder ein deutscher Fußballer seinen deutschen Akzent im Fernsehen zum Besten gibt.

Dabei ist ein Akzent nichts Schlimmes und sagt auch nicht unbedingt etwas über das Sprachniveau aus. Wer sich aber akzentfrei ausdrücken kann, erweckt den Anschein, dass sein Englisch dem eines Muttersprachlers gleichkommt. Leider ist das Loswerden eines Akzents nicht so einfach wie das Abstreifen von weißen Tennissocken. Wer also entschlossen ist, seinen deutschen Akzent im Englischen loszuwerden und sich auch hierfür Zeit nimmt, sollte folgende Tipps beachten:

Wie ein Akzent überhaupt entsteht

Deutsch wird auf der Mitte der Zunge und Englisch hinten im Rachen gesprochen. Lernt man eine Fremdsprache, so spricht man Worte automatisch wie seine eigene Muttersprache aus. Beim Sprachenlernen ist es deshalb sehr wichtig, dass man die richtige Zungentechnik beherrscht. Dieser wird aber an vielen Schulen nicht allzu viel Beachtung geschenkt. Die phonetische Schreibweise eines Wortes zu kennen ist hierbei ebenso essenziell – da die normale Schreibweise eines Wortes wie gewohnt in der muttersprachlichen Methodik ausgesprochen wird.

Ein Akzent wird beim Sprachenlernen mitgelernt. Der deutsche Akzent des Englischlehrers oder der Englischlehrerin wird automatisch nachgesprochen und während dem Schulunterricht immer wieder verinnerlicht. Einmal gelernt, ist ein Akzent schwer wieder wegzubekommen. Am schnellsten und fehlerfreisten lässt sich eine Sprache meist nur im Muttersprachlerland erlernen. Mit ein paar Trick kann man jedoch so tun, als ob man sich direkt im Muttersprachlerland befindet und die Sprache allumgebend ist.

Sich für den Akzent schämen hilft niemandem

Wem sein eigener Akzent nicht wirklich gefällt oder er oder sie sich sogar dafür schämt, sollte sich bewusst machen, dass dies für die Sprachentwicklung sehr hinderlich ist. Wer aus Angst vor Fehlern oder der falschen Aussprache kaum noch spricht, der stellt sich nur selbst ein Bein. Eine Sprache zu lernen bedeutet auch Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Je selbstbewusster man beim Sprechen einer Sprache ist, desto einfacher fällt einem am Ende auch die Aussprache.

Warum man sich absolut niemals für seinen Akzent schämen sollte, zeigen auch viele Hollywood-Größen. Arnold Schwarzenegger ist durch seinen österreichischen Akzent im Englischen erst so richtig bekannt geworden. Der Akzent macht ihn nämlich unverwechselbar und ist somit zu seinem Markenzeichen geworden.

Mit diesen vier einfachen Schritten kommt ihr eurem Ziel einen Schritt weiter, Englisch akzentfrei zu sprechen:

Schritt 1: Sich für einen bestimmten Akzent entscheiden

Im Englischen selbst gibt es verschiedene Akzente und Dialekte. Ein Mischmasch an unterschiedlichen Akzenten führt zwangsläufig dazu, dass man sich selbst an keine bestimmte Aussprache mehr hält. Hierbei sollte man strategisch vorgehen. Auch wenn einem der australische Akzent sehr gut gefällt, bringt einem das Erlernen nicht allzu viel, wenn man mit seinem Englisch nur in Großbritannien kommunizieren möchte.

Man muss also selbst abwägen, wofür man sein Englisch am meisten verwendet. Innerhalb Europas liegt das britische Englisch am nächsten. Für den amerikanischen Kontinent natürlich das amerikanische Englisch. Alle Akzente zu erlernen, wenn man noch nicht einen richtig beherrscht, geht meist nach hinten los und sorgt wieder nur für Verwirrung.

Schritt 2: Sich mit der Sprache umgeben und auch unterbewusst vertraut machen

Bekanntermaßen erlernt man eine fehlerfreie Aussprache direkt im jeweiligen Land. Da dies aber nicht immer möglich ist, kann man hier ein wenig tricksen. Sucht nach einem Online-Radiosender aus dem Land, dessen Akzent ihr nachahmen möchtet und hört regelmäßig rein. Damit macht man sich auch unterbewusst mit dem jeweiligen Akzent vertraut.

Wem Radio zu langweilig ist, der kann sich auch ein passendes Hörbuch oder einen Podcast suchen. Inzwischen ist die Auswahl an Hörbüchern und Podcasts aus aller Herrenländer und den unterschiedlichsten Rubriken riesengroß, sodass kein Wunsch offenbleibt. Je mehr man sich für das Thema des Hörbuchs oder Podcasts interessiert, desto leichter fällt einem natürlich auch das Zuhören und somit das Lernen.

Schaut euch ebenso Serien und Filme in der Originalfassung an. Der Unterschied zum Gesprochenen ist, dass man beim Filmschauen mehrere Sinne einbinden kann. Man hört nicht nur einem Dialog zu, sondern sieht auch, was im Film passiert, kann mit den Untertiteln mitlesen und das Gesagte sogar nachsprechen.

Schritt 3: Es Schauspielern gleichmachen und Sprachtraining nehmen

In der Filmbranche ist das Erlernen eines Akzentes nichts Neues mehr. Die amerikanische Schauspielerin Renée Zellweger hat für ihre Rolle in „Bridget Jones“ einen britischen Akzent erlernt und Leonardo DiCaprio brachte sich einen rhodesischen Akzent für den Film „Blood Diamond“ bei.

Schauspieler erhalten natürlich professionelles Sprachtraining von den besten Sprachtrainern. Mittlerweile gibt es Sprachtrainings und Aussprachkurse aber auch zum Selbstlernen. Ein Onlinekurs zum Erlernen des britischen oder amerikanischen Akzents vermittelt die notwendigen Zungentechniken, die man für den Akzent beherrschen muss.

Während man bei einem privaten Sprachtrainer erst einmal ein Konzept erstellen muss, nach dem man seine Lerneinheiten aufteilt, basieren vorgefertigte Online-Kurse auf einem erprobten Lernkonzept. Die Trainings enthalten außerdem unzählige Beispiele – und hierbei ist vor allem wichtig, dass man sich für die Aussprache Zeit nimmt und auch am Ball bleibt. Innerhalb von ein bis zwei Wochen mit täglichen Übungen kann man schon deutliche Fortschritte bemerken.

Schritt 4: Sich mit Muttersprachlern austauschen

Eine Sprache muss aber auch gesprochen werden. Dies kann man zu Hause im stillen Kämmerchen machen. Wenn einem aber keiner zuhört, können sich wieder Fehler einschleichen, die man dann nur schwer wieder vergisst.

Verschiedene Portale im Netz vermitteln Sprachlehrer und Sprachschüler aus der ganzen Welt. Bezahlt werden die Sprachlehrer per Stunde, und da es so viele unterschiedliche Sprachlehrer gibt, ist meist für jedes Budget ein geeigneter Sprachlehrer schnell gefunden. Der Unterricht findet dann nach vereinbarten Terminen per Skype statt.

Das Tandemprinzip kann ebenso gut funktionieren, um sich mit einem Muttersprachler auszutauschen. Man bezahlt seinen Tandem-Partner aber nicht und muss als Gegenleistung diesem seine eigene Muttersprache beibringen. Für Schüler und Studenten ist dieses Prinzip optimal, während es für Berufstätige zeitlich schwieriger ist, Termine zu vereinbaren.

Der Austausch mit einem Muttersprachler ist dafür da, dass die Aha-Momente aus dem Sprachtraining auch Anwendung finden und in das Langzeitgedächtnis gelangen. Wie überall gilt aber auch hier: Übung macht den Meister.

Marlene Schimanski ist die Gründerin von Auslandskarriere. Sie wurde 2012 als Übersetzerin und Dolmetscherin für die englische Sprache vereidigt und arbeitet seit 2013 als Karrierecoach für die Englische Karrieremanufaktur.

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