Euphorie? Keine Spur - und das ist sehr gut!

Andreas Deutsch
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Euphorie? Keine Spur - und das ist sehr gut!

Der DAX geht durch die Decke, der Dow Jones sowieso – und was machen die Privatanleger. Sie schauen zu. Eine gute Basis für weiter steigende Kurse.

Eine Hausse wird in der Panik geboren, wächst in der Angst, reift im Optimismus und stirbt in der Euphorie. Wenn Kostolany recht behält, dann können wir Anleger unsere schwarzen Anzüge noch lange im Schrank lassen.

Trotz mittlerweile neun Jahren steigender Börsenkurse haben nur neun Millionen Deutsche Aktien oder Aktienfonds oder beides. 2001 gab es in Deutschland noch 13 Millionen Börsenfans. Doch viele haben in der Baisse bis 2003 und in der Finanzkrise 2008 die Hoffnung und den Glauben verloren. Jetzt schauen sie frustriert an der Seitenlinie zu, wie die anderen, die Mutigen und die Optimisten, an den Märkten abkassieren.

Es sieht nicht so aus, dass sich das bald ändert und die Gier wiederkommt. Das zeigt ein Blick auf die guten Vorsätze der Deutschen für 2018: mehr Sport (Platz 1 mit 41 Prozent), bewusster leben (34 Prozent), sich gesünder ernähren (31 Prozent), abnehmen (23 Prozent), mehr Zeit für Familie und Freunde (22 Prozent) und so weiter.

Aktien kaufen? Sucht man in der Liste vergebens. Dabei wäre Geld genug da für ein paar Investments. Laut der DZ Bank kommen die Deutschen auf ein Vermögen von 6.000 Milliarden Euro (Rekord!), wobei der Großteil (2.500 Milliarden) auf Girokonten oder Sparbüchern versauert.

Top-Fondsmanager Hendrik Leber spricht uns Anlegern also aus dem Herzen: „Die jetzige Stimmung hat nichts mit Euphorie zu tun, sondern mit niedrigen Zinsen. Wir haben noch ein paar Jahre Aufschwung vor uns.“