EU will sich gegen Strafzölle der USA wehren

Bisher traf es Waschmaschinen und Solaranlagen, nun wollen die USA gleich alle Einfuhren an Stahl und Aluminium mit Zöllen belegen.

So würden Importe teurer werden, amerikanische Hersteller hätten damit wieder bessere Chancen - so die Denkweise der amerikanischen Regierung um Präsident Donald Trump.

Diese Strafzölle sollen vor allem China treffen, treffen aber in Wahrheit Großlieferanten wie Mexiko oder Brasilien (chinesische Einfuhren machen nur einen kleinen Teil aus) – sowie auch Deutschland und andere europäische Länder.

Die EU kündigt deshalb jetzt Gegenmaßnahmen an – wenn auch zunächst eher auf symbolischer Ebene.

„Wir verhängen jetzt auch Importzölle", sagt EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker. "Das ist eigentlich ein stupider Vorgang, dass wir dies tun müssen, aber wir müssen es tun. Wir verhängen jetzt Zölle auf Motorräder – Harley Davidson –, auf Jeans – Levi's –, auf Bourbon. So blöd können wir auch, so blöd müssen wir auch sein.“

Kanada verweist auf die enge Verflechtung dieser Märkte zwischen beiden Ländern; Regierungschef Justin Trudeau sagt, die amerikanischen Vorschläge würden daher die USA selbst ebenso stark treffen wie Kanada.

Auch der Weltwährungsfonds teilt mit, diese Zölle würden die USA ebenso treffen. Der Bau etwa oder die verarbeitende Industrie dort seien große Verbraucher von Stahl und Aluminium.

Die jetzige Stahl-Politik ist elementarer Teil von Trumps "America First"-Politik. Allein letztes Jahr wurden nach Angaben der Stahlarbeitergewerkschaft USW neuntausend Stellen gestrichen. Seit 2000 sank die Beschäftigung um fünfunddreißig Prozent.