EU pausiert wegen Datenlücken Prüfung von Cannabidiol als Lebensmittel

PARMA (dpa-AFX) - Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat die Prüfung von Cannabidiol (CBD) als Lebensmittel wegen Datenlücken vorerst gestoppt. "Wir haben eine Reihe von Gefahren im Zusammenhang mit der Aufnahme von CBD ermittelt und festgestellt, dass die zahlreichen Datenlücken zu diesen gesundheitlichen Auswirkungen geschlossen werden müssen, bevor diese Bewertungen weitergeführt werden können", sagte der Vorsitzende des Efsa-Expertengremiums für Ernährung, Dominique Turck, am Dienstag laut Mitteilung. Cannabidiol ist ein Wirkstoff aus Nutzhanf.

Die im italienischen Parma ansässige EU-Agentur will nun auf weitere Daten warten. Es sei zum Beispiel noch nicht ausreichend klar, welche Wirkung CBD auf die Leber, den Magen-Darm-Trakt, das Hormonsystem, das Nervensystem und das psychische Wohlbefinden von Menschen hat. Bei Versuchen mit Tieren hätten sich zudem "signifikante schädliche Wirkungen" auf die Fortpflanzung gezeigt. Nun müsse geprüft werden, ob das auch beim Menschen so sei.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass CBD als neuartiges Lebensmittel eingestuft werden kann, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Die Efsa geht dieser Frage nach, weil in Brüssel zahlreiche Anträge auf diese Einstufung eingingen, und soll klären, ob der Verzehr von CBD für Menschen unbedenklich ist.

Für den Rauscheffekt von Cannabis ist nicht CBD, sondern Tetrahydrocannabinol (THC) verantwortlich. CBD ist wegen angeblicher Wirkungen gegen diverse Leiden gefragt, über die unter anderem einige Promis und Influencer berichteten. Auf manchen Internetseiten wird mit CBD angereichertes Öl wie eine Wunderarznei angepriesen und für Dutzende Euro pro wenige Milliliter verkauft. Auch alle möglichen anderen Produkte wie Gummibärchen, Kaugummi und Kosmetik werden mit dem Zusatz beworben.

Was CBD tatsächlich für die Gesundheit leisten könnte, ist noch unklar, ebenso wie Fragen zu Dosierung, Sicherheit, Neben- und Wechselwirkungen.

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