EU-Parlamentspräsident erhöht in Datenaffäre Druck auf Zuckerberg

In der Affäre um Datenmissbrauch hat EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani den Druck auf Facebook-Chef Mark Zuckerberg erhöht, der europäischen Volksvertretung Rede und Antwort zu stehen. Es wäre "ein großer Fehler", wenn Zuckerberg eine Einladung ins Europaparlament nicht annehmen würde, sagte Tajani am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel. Die EU sei "der wichtigste Markt" und lege als "Regulierer" die Bedingungen für Unternehmen fest.

Facebook steht seit dem Wochenende in den USA und im Ausland in der Kritik: Die vom Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump beauftragte britische Firma Cambridge Analytica soll Medienberichten zufolge ohne deren Einverständnis die Profil-Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern gesammelt haben. Zuckerberg hatte sich am Mittwoch bei den Nutzern entschuldigt.

In den Fall schalten sich nun auch die EU-Staats- und Regierungschefs ein. Laut Entwurf der Abschlusserklärung ihres Gipfels fordern sie von sozialen Netzwerken und digitalen Plattformen, "den vollständigen Schutz der Privatsphäre und der personenbezogenen Daten der Bürger zu garantieren". Laut Erklärung soll "diese wichtige Frage" bei einem informellen Gipfel in der bulgarischen Hauptstadt Sofia im Mai weiter beraten werden.