EU-Parlament zeichnet "Sami Blood" mit seinem diesjährigen Filmpreis aus

Ehrung von "Sami Blood" im Europaparlament in Straßburg

Das Europaparlament hat das Drama "Sami Blood" ("Samiblut") der 31 Jahre alten schwedischen Filmemacherin Amanda Kernell mit seinem diesjährigen Lux-Filmpreis ausgezeichnet. Der Streifen befasst sich mit der Lage der samischen Minderheit im Schweden der 1930er Jahre, wo sie Opfer systematischer Diskriminierung und rassistischer Vorurteile waren.

"Sami Blood", eine schwedisch-norwegisch-dänische Koproduktion, erzählt die Geschichte der in Lappland lebenden jungen Hirtin Elle Marja. Sie wird auf eine schwedische Schule geschickt, wo sie Beschimpfungen und rassistischen Übergriffen ausgesetzt ist.

Parlamentspräsident Antonio Tajani überreichte die Auszeichnung der 20 Jahre alten Hauptdarstellerin Lene Cecilia Sparrok und deren Schwester Mia Erika. Die jungen Frauen, die in Norwegen von der Renntierzucht leben, waren in farbenprächtiger samischer Tracht im Straßburger Plenarsaal erschienen.

Die Sprache der Samen sei fast ausgestorben, Windparkprojekte der norwegischen Regierung bedrohten ihre Lebensräume, sagte die 20-Jährige. "Aber wir sind immer noch da."

"Sami Blood" setzte sich in der Endrunde gegen zwei andere Filme durch: "Western" der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach erzählt von einer Gruppe deutscher Bauarbeiter, die in einem kleinen bulgarischen Dorf am Bau eines Kraftwerks teilnehmen. Der dritte Finalist war der französische Film "120 battements par minute" (deutscher Titel: "120 BPM") von Robin Campillo - ein Film über eine Gruppe von Homosexuellen, die in Paris gegen Aids mobilmachen.

Mit dem vor elf Jahren geschaffenen Preis will das Europaparlament die europäische Filmproduktion fördern. Über den Preisträger stimmen die Abgeordneten ab. Die drei Filme in der Endrunde werden auf Kosten des Europaparlaments in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt.