EU-Parlament will ehrgeizigere Energie-Ziele durchsetzen

Das EU-Parlament hat die neue Strategie der Europäischen Kommission gegen Plastikabfälle grundsätzlich begrüßt. Bis zum Jahr 2030, sollen demnach alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt wiederverwendbar oder gewinnbringend recycelbar sein.

"Es ist notwendig, die Bürger zu informieren, vor allem die Verbraucher", meint der kroatische Europa-Abgeordnete bei den Grünen, Davor Skrlec. "In den Geschäften haben sie nämlich bereits eine große Auswahl. Also, wenn Sie den Preis für die Kunststoff-Produkte erhöhen und durch steuerliche Maßnahmen den Preis für recycelte Papierverpackungen senken, werden die Leute natürlich das günstigere Angebot wählen."

Jährlich produzieren Europäer etwa 26 Millionen Tonnen Plastikmüll - davon werden weniger als 30 Prozent recycelt.

Im Parlament in Straßburg will die breite Mehrheit der Abgeordneten aber auch ehrgeizigere Ziele beim Energiesparen durchsetzen : Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-weiten Verbrauch soll bis 2030 auf 35 Prozent erhöht werden. Außerdem soll die EU bis 2030 die Energieeffizienz um 35 Prozent steigern.

Das Parlament steckt damit höhere Zielmarken als die EU-Kommission in ihren ursprünglichen Vorschlägen. Die Abgeordneten stimmten für ein Verbot von Palmöl in Biokraftstoffen ab 2021.

"Die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft ist keine Option, sie ist ein Muss. Aber es ist auch eine Verpflichtung, den Regionen, in denen die Kohle eine große Rolle gespielt hat, Antworten und Alternativen zu geben", erklärt der Spanier Jose Blanco Lopez, Mitglied des Europäischen Parlaments bei den Sozialdemokraten.

Bei der Abstimmung ging es um ein neues EU-Gesetzespaket. Dieses soll die Energie-Ziele in der Europäischen Union bis 2030 festlegen. Über den genauen Gesetzestext werden nun Parlamentsvertreter und EU-Mitgliedstaaten verhandeln.