EU und Nato begrüßen Beginn von MH17-Prozess

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU hat den Prozessauftakt um den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Kriegsgebiet der Ostukraine begrüßt und Russland zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern aufgerufen. Der Start des Prozesses am kommenden Montag sei ein Meilenstein, um die Wahrheit herauszufinden, Gerechtigkeit für Opfer und Angehörige zu erlangen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, sagte der EU-Außenbeauftragt Josep Borrell am Samstag im Namen aller 27 EU-Staaten. Alle Länder - inklusive Russland - sollten mit den Ermittlern zusammen arbeiten. Bei dem Abschuss der Maschine am 17. Juli 2014 waren alle 298 Menschen an Bord gestorben.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg äußerte sich ähnlich. Es bleibe essenziell, die Wahrheit herauszufinden und für Gerechtigkeit zu sorgen. Russland hatte unter der Woche hingegen noch seine Zweifel an den Ermittlungen betont.

Der Strafprozess beginnt am Montag in einem extra gesicherten Saal am Amsterdamer Flughafen vor dem Bezirksgericht Den Haag - weil die meisten der Opfer Niederländer waren. Beschuldigt werden drei russische und ein ukrainischer Staatsbürger. Sie sollen den Abschuss des Flugzeugs auf dem Weg von Amsterdam in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur verantwortet haben.

Nach Darstellung der Ermittler wurde die MH17 von einem Luftabwehrsystem des Typs Buk mit einer russischen Rakete abgeschossen. Die Männer sind international zur Fahndung ausgeschrieben. Sie bestreiten die Tat. Eine Auslieferung von Russland müssen sie allerdings nicht befürchten. Deshalb geht der Prozess in ihrer Abwesenheit über die Bühne. Russland stellte die Ergebnisse immer wieder in Frage und steht international in der Kritik, mit seiner Unterstützung für die Separatisten in der Ostukraine den Abschuss verursacht zu haben.