EU-Migrationskommissar: 'Niemand kann EU einschüchtern und erpressen'

BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts der angespannten Lage an der EU-Außengrenze zur Türkei hat der EU-Migrationskommissar Margaritis Schinas scharfe Töne angeschlagen. "Niemand kann die Europäische Union erpressen und einschüchtern", sagte Schinas am Montag in Berlin.

Die aktuelle Situation sei eine Krise. Sie biete der EU aber die Chance, "gemeinsam die Außengrenzen zu verteidigen, Solidarität mit Griechenland und Bulgarien zu zeigen" und gleichzeitig eine umfassende Reform des Migrationsrechts fortzusetzen.

Schinas sagte, er habe die Innen- und Justizminister der Europäischen Union bereits zu einem außerordentlichen Treffen gebeten, um die Unterstützung Griechenlands zu koordinieren. Zudem habe er um "beträchtliche Verstärkung" durch Frontex in der Grenzregion gebeten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Tore zur EU seien für Migranten geöffnet. Daraufhin hatten Tausende Menschen versucht, nach Griechenland zu gelangen. Laut der UN-Organisation für Migration harrten zuletzt rund 13 000 Menschen bei Frost im Grenzgebiet aus. Griechische Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Blendgranaten gegen die Migranten an der Grenze ein. Das Land hatte zudem angekündigt, die Asylverfahren für neue illegal eingereiste Migranten für einen Monat auszusetzen. Festgenommene Migranten sollen ohne Registrierung direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden.