EU-Kommission will transparentere Arbeitsbedingungen fördern

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Arbeiter und geringfügig Beschäftigte sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig ein Recht auf transparentere und verlässlichere Arbeitsbedingungen haben. Einen entsprechenden Vorschlag präsentierte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen am Donnerstag in Brüssel. "Viele Arbeiter in Europa erhalten nicht einmal minimale Auskünfte, besonders die schwächsten von ihnen", sagte sie.

Im Einzelnen sollen vor allem Zeitarbeiter unter anderem ein Anrecht darauf haben, bereits am ersten Tag in einem neuen Job umfassend über ihre Arbeitsbedingungen und -anforderungen informiert zu werden. Der Brüsseler Behörde zufolge geschieht des teilweise erst nach Monaten oder in manchen Fällen überhaupt nicht. Arbeiter mit wechselnden Arbeitszeiten - etwa in der Gastronomie - sollen zudem frühestmöglich über ihre Arbeitsschichten informiert werden. Notwendige Ausbildungs- und Anlernmaßnahmen sollen zudem nicht vom Lohn abgezogen werden dürfen.

Schätzungen der EU-Kommission zufolge würde damit zwei bis drei Millionen Arbeitern zusätzlich in der Europäischen Union Rechtsschutz gewährt. Die Vorschläge müssten von den EU-Staaten und dem Europaparlament gebilligt werden.