EU-Kommission will Schnellwarnsystem verbessern

Die EU-Kommission will Lehren aus dem Eier-Skandal ziehen und ihr Schnellwarnsystem verbessern. "Jetzt ist der Moment, um in einer koordinierten und transparenten Weise zu handeln, nicht um irgendein Schwarzer-Peter-Spiel anzufangen", sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel. Das erwarteten die europäischen Bürger - "und das machen wir". Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten wolle die Kommission über eine Verbesserung der Wirksamkeit des Schnellwarnsystems diskutieren.

Die Kommission war von den belgischen Behörden erst am 20. Juli über die mit Fipronil belasteten Eier informiert worden, teilte sie mit. Belgien untersuchte den Fall aber bereits seit Anfang Juni.

Die Kommission betonte, die Mitgliedsstaaten hätten die Hauptverantwortung, Untersuchungen einzuleiten und Maßnahmen zu ergreifen. Sie könnten Betriebe schließen, wenn es Probleme gibt, Produkte aus dem Markt nehmen und die Verbraucher warnen. Ein Schnellwarnsystem sei dann effizient, wenn die Informationen schnell kommen und andere Länder rechtzeitig gewarnt werden können.

Belgien habe seit dem 20. Juli den Vertrieb von Eiern aus 86 Legehennen-Betrieben gestoppt und seither einige Betriebe wieder freigegeben, teilte die Kommission mit. Die Niederlande aktivierten das Schnellwarnsystem demnach am 26. Juli schlossen zwischenzeitlich bis zu 195 Betriebe. In Deutschland sind demnach seit dem 31. Juli vier Betriebe betroffen.