EU-Kommission will mehr Verbraucherschutz bei Konsumkrediten

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission will den Verbraucherschutz auf dem Markt für Konsumentenkredite stärken. Nach Plänen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, sollen bestehende Schutzregeln in Zukunft auch für Kredite unter 200 Euro sowie für Leasingverträge und Überziehungskredite gelten. Zudem ist unter anderem geplant, die Informationspflichten für Anbieter zu verschärfen. Die Mitgliedstaaten sollen sich darüber hinaus verpflichten, Obergrenzen für Zinsen und die Gesamtkosten des Kredits festzulegen.

Die Pläne für die Anpassung der Verbraucherschutzvorschriften werden an diesem Mittwoch in Brüssel vorgestellt. Die Mitgliedstaaten und das Europaparlament müssen dann im Anschluss darüber beraten, ob die bestehende Richtlinie für Verbraucherkreditverträge entsprechend der Vorschläge der Kommission angepasst werden soll.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber kritisierte am Dienstag den Zeitpunkt des Vorstoßes. "Die Kommission hätte hier schon deutlich früher handeln müssen, damit Verbraucher auch bei digitalen Vertriebswegen ein Mindestmaß an Verbraucherschutz genießen", sagte der Sprecher der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Währung. Zudem sei eine Anpassung der Vorschriften an die digitale Welt nicht nur bei Verbraucherkrediten notwendig, sondern auch bei anderen Finanzprodukten. In der Anlageberatung gebe es etwa für Banken und Finanzberater extrem strikte Vorschriften, während es viele Onlineanbieter mit dem Verbraucherschutz nicht so genau nähmen.

Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) wurden allein in Deutschland im Jahr 2020 rund 6,7 Millionen neue Ratenkreditverträge abgeschlossen. Die Summe der Konsumentenkredite belief sich demnach auf 235 Milliarden Euro. Der vzbv fordert ebenfalls bereits seit längerem Reformen.

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