EU-Kommission will mehr Transparenz bei Abhebungen und Kartenzahlungen im Ausland

Verbraucher sollen beim Abheben oder Zahlen mit Karte in EU-Ländern, die nicht den Euro nutzen, besser über die Währungsumrechnung und anfallende Gebühren informiert werden. Verbraucher hätten meist nicht die nötigen Informationen, um bei der Wahl zwischen einer Transaktion in Euro oder in lokaler Währung die günstigste Entscheidung zu treffen, sagte EU-Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel. Die derzeitige Situation sei nicht verbraucherfreundlich.

Wählt der Verbraucher die Option einer Transaktion in lokaler Währung, führt die heimische Bank die Währungsumrechnung aus und berechnet gegebenenfalls Gebühren. Mit wieviel Euro das Konto belastet wird, erfährt der Kunde erst später beim Blick auf den Kontoauszug. Entscheidet er sich für eine Zahlung in Euro, führt der Zahlungsdienstleister vor Ort die Umrechnung durch und kassiert dafür.

Der Vorteil dabei ist, dass der vom Konto abgebuchte Betrag dem Verbraucher im Moment der Transaktion sofort angezeigt wird. Allerdings "ist im Allgemeinen die Wahl der lokalen Währung der günstigere Weg", sagte Kommissar Dombrovskis. Das sei für den Zahlenden jedoch nicht ersichtlich.

Der Vorschlag der Kommission sieht vor, dass die Anbieter von Zahlungsdiensten künftig alle Kosten offenlegen müssen, die den Verbrauchern berechnet werden. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) soll dafür technische Regulierungsstandards erarbeiten, damit die Regelung in drei Jahren in Kraft treten kann.

Ein zweiter Teil des am Mittwoch vorgestellten Gesetzesvorschlages der Kommission betrifft Finanztransaktionen in EU-Länder, die nicht den Euro haben. Während Überweisungen zwischen Euro-Ländern bereits seit geraumer Zeit kostenlos sind, können bei Euro-Überweisungen in Länder ohne die Gemeinschaftswährung weiterhin hohe Gebühren anfallen. Das soll sich nach dem Willen der Kommission ändern.

Die EU-Mitgliedstaaten ohne Euro sind Bulgarien, Dänemark, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien, Ungarn und Großbritannien - letzteres will nach einem entsprechenden Volksentscheid allerdings bis März 2019 aus der Union austreten.