EU-Kommission will europäische Behörde für Cybersicherheit schaffen

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Angesichts rasant zunehmender Hacker-Angriffe hat die EU-Kommission die Schaffung einer europäischen Behörde für Cybersicherheit vorgeschlagen. Sie solle die "Mitgliedstaaten unterstützen, wirksam Cyber-Angriffe zu verhindern und auf sie zu reagieren", erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Geplant sind demnach "jährliche, europaweite Cybersicherheitsübungen" sowie ein "besserer Austausch zu Informationen über Bedrohungen".

Die Behörde solle auch bei Waren und Dienstleistungen über ein Zertifizierungssystem die Umsetzung EU-weiter Sicherheitsstandards gewährleisten, hieß es weiter. Damit solle sichergestellt werden, dass Milliarden Geräte, die Energie- und Verkehrsnetze oder vernetzte Autos und Häuser im sogenannten Internet der Dinge steuern, vertrauenswürdig seien. Die Zertifikate sollen dabei in allen Mitgliedstaaten anerkannt werden, um Kosten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

"Kein Land kann Herausforderungen der Cybersicherheit alleine bewältigen", sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip. Die Behörde will demnach auch "neue Maßnahmen" vorschlagen, um Investitionen von Unternehmen in Cybersicherheit zu fördern.

Die EU-Kommission verwies darauf, dass sich der wirtschaftliche Schaden durch Cyberkriminalität zwischen 2013 und 2017 verfünffacht habe. Studien zufolge könne er sich bis 2019 nochmals vervierfachen. Ansip sagte, einige Untersuchungen bezifferten die Kosten durch Cyberkriminalität in der EU auf mittlerweile 265 Milliarden Euro pro Jahr.