EU-Kommission will Erleichterung für kleine Wertpapierfirmen

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission plant Erleichterungen für kleine Wertpapierfirmen. Dafür sollten größere Unternehmen mit ähnlichem Risikoprofil wie Banken auch wie solche reguliert und beaufsichtigt werden. Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis betonte am Mittwoch, "unsere Vorschriften müssen verhältnismäßig und risikogerecht sein". Die neuen Vorschriften sollen zu gut funktionierenden Kapitalmärkten beitragen und gleichzeitig Finanzstabilität gewährleisten.

Demnach sollen die nicht systemrelevanten Wertpapierfirmen in zwei Gruppen unterteilt werden. Für die kleinsten Unternehmen mit dem niedrigsten Risikoprofil sollen Eigenkapitalanforderungen auf einfachere Weise festgesetzt werden. Für größere Firmen soll eine neue, auf das Geschäftsmodell abstellende Art der Risikomessung eingeführt werden. Systemrelevante Wertpapierfirmen mit bestimmten bankähnlichen Tätigkeiten und Vermögenswerten von mehr als 30 Milliarden Euro sollen dem Kommissionsvorschlag zufolge als Kreditinstitute eingestuft werden und der gleichen Behandlung unterliegen wie Banken. Die Aufsicht werde durch die EZB erfolgen.

EU-Vizepräsident Jyrki Katainen sagte, Ziel sei es auch, die mit der Einhaltung des europäischen Rechts verbundenen Kosten zu senken. Für kleinere Wertpapierfirmen gebe es künftig weniger Bürokratieaufwand, der Wettbewerb könne gesteigert und die Investitionsströme gestärkt werden.

Die Kommission betont, dass Wertpapierfirmen wesentlich zur Erleichterung EU-weiter Ersparnis- und Investitionsflüsse beitragen. Sie erbringen eine Reihe von Dienstleistungen, die Anlegern Zugang zu Wertpapier- und Derivatemärkten verschafften. Zu diesen Dienstleistungen zählten die Anlageberatung, das Portfoliomanagement, die Ausführung von Aufträgen für Kunden, der Handel mit Finanzinstrumenten und die Unterstützung von Unternehmen bei der Aufnahme von Mitteln an den Kapitalmärkten.