EU-Kommission sieht Fortschritte im Kampf gegen faule Kredite

Die EU-Kommission sieht Fortschritte im Kampf gegen faule Bankkredite. Bis Juni 2017 sei der Anteil notleidender Kredite bei den Finanzhäusern in der EU binnen eines Jahres von 5,6 auf 4,6 Prozent gefallen, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Insgesamt seien dies noch 950 Milliarden Euro. Die Lage in den 28 Mitgliedstaaten ist demnach weiter sehr unterschiedlich: Vor allem frühere Krisenländer weisen noch hohe Werte auf.

Den höchsten Anteil fauler Kredite verzeichnete mit 46,9 Prozent laut Kommission weiter das mehrfach vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland. Es folgen Zypern (33,4 Prozent), Portugal (15,5 Prozent) und Italien (12,2 Prozent). In allen vier Ländern sank der Anteil Not leidender Kredite aber.

In Deutschland lag die Quote mit 2,3 Prozent weit unter dem EU-Durchschnitt. Anstiege wurden lediglich in Kroatien (11,7 Prozent) und Lettland (5,9 Prozent) verzeichnet.

Europa müsse weitere Anstrengungen unternehmen, um die Risiken in seinem Bankensektor zu verringern, sagte der zuständige Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Nur so könnten die EU-Institute "ihre volle Leistungsfähigkeit" bei der Vergabe von Krediten an Haushalte und Unternehmen wieder erreichen.

Die Kommission verweist auch darauf, dass die Mitgliedstaaten über ihre Finanzsektoren eng verflochten seien. Bankenkrisen in einem Land könnten demnach auf andere Staaten übergreifen.