EU-Kommission: Im Schnitt 13 Beschwerden zu Belästigung pro Jahr

Auch in der EU-Kommission hat es in den vergangenen Jahren mehrere Fälle sexueller Belästigung gegeben. Im Schnitt gebe es pro Jahr 13 offizielle Bitten um Unterstützung wegen "unangemessenen Verhaltens", teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. In durchschnittlich vier Fällen jährlich würden deswegen Disziplinarmaßnahmen verhängt. Die Angaben bezogen sich auf die vergangenen fünf Jahre.

Die Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein haben international eine breite Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. In der Folge hatten sich auch mehrere Betroffene aus dem Europaparlament gemeldet. Die Volksvertretung hatte am Mittwoch über das Thema diskutiert, am Donnerstag will sie eine Resolution dazu verabschieden.

Die Kommission ist die EU-Institution mit der größten Personalstärke. Für die Behörde arbeiten gut 32.500 Menschen. 55 Prozent sind Frauen. Ein Sprecher der Behörde hatte am Mittwoch gesagt, die Kommission zeige "bei jeder Art von unangemessenem Verhalten null Toleranz". Es gebe "strikte Regeln" und ein System, das Betroffenen sowohl formelle als auch informelle Beschwerden erlaube und zu Sanktionen führen könne.