EU-Kommission prüft mögliche Wettbewerbsverstöße bei Facebooks Marketplace

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Die EU-Kommission prüft mögliche Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst Marketplace des Online-Netzwerks Facebooks. Wie die Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte, wurde eine förmliche kartellrechtliche Untersuchung eingeleitet. Auch in Großbritannien nehmen die Wettbewerbshüter mögliche Verstöße bei Facebook unter die Lupe.

Über den Marketplace können Facebook-Nutzer Waren voneinander kaufen und verkaufen. Überprüft werden soll nach Angaben der EU-Kommission nun neben der Nutzung von Werbedaten durch Facebook auch, ob das Unternehmen mit der Kopplung des Kleinanzeigendienstes an sein Online-Netzwerk gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften verstößt. "Facebook wird jeden Monat von fast drei Milliarden Menschen genutzt und verfügt über insgesamt fast sieben Millionen Werbekunden", erklärte EU-Kommissionsvizepräsidentin und Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Das Unternehmen sammele dabei "riesige Mengen an Daten" über die Aktivitäten der Nutzer seines Netzwerks und anderer Dienste und sei daher in der Lage, bestimmte Kundengruppen gezielt zu erreichen. "Wir werden eingehend untersuchen, ob Facebook dank dieser Daten einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil insbesondere im Bereich der Online-Kleinanzeigen innehat", kündigte Vestager an.

Eine ähnliche Untersuchung leitete am Freitag auch die britische Wettbewerbs- und Marktbehörde (CMA) ein. CMA-Chef Andrea Coscelli kündigte dabei an, eng mit der EU-Kommission zusammenarbeiten zu wollen.

Die Brüsseler Behörde hob am Freitag hervor, dass Facebook möglicherweise in den Besitz wirtschaftlich wertvoller Daten gelangen könne, wenn Konkurrenzunternehmen von Facebook in dessen Online-Netzwerk für ihre Dienste werben. Demnach schalten viele Betreiber von Online-Kleinanzeigendiensten bei Facebook Werbung für ihre Plattformen - und stehen gleichzeitig mit Facebooks Marketplace im Wettbewerb.

jm/hcy

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